Deutsche Justiz will Auslieferung von Linksradikalem aus Venezuela

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Wurde wegen mutmaßlicher Beteiligung am "K.O.M.I.T.E.E" gesucht: Berhard Heidberder
Wurde wegen mutmaßlicher Beteiligung am "K.O.M.I.T.E.E" gesucht: Berhard Heidberder

Karlsruhe/Caracas. Die Generalbundesanwaltschaft wartet nach der Festnahme des radikalen Linken Bernhard Heidbreder auf dessen Auslieferung aus Venezuela. Der Sprecher der Justizbehörde in Karlsruhe, Marcus Köhler, bestätigte gegenüber amerika21.de, dass sich Heidbreder in dem südamerikanischen Land in Auslieferungshaft befindet. Auch das Bundeskriminalamt, das dem Gesuchten mit einem Zielfahnder auf der Spur gewesen war, bestätigte die Festnahme. Das BKA hatte nach Heidbreder und Gesinnungsgenossen seit längerem in Südamerika gesucht. Grund dafür seien "Ermittlungsergebnisse, die auf eine verstärkte Reisetätigkeit von Personen aus der Berliner Szene in südamerikanische Länder hinweisen", heißt es dazu bei der Bundesbehörde.

Nach Ansicht der Bundesanwaltschaft gehörte der nun Festgenommene gemeinsam mit zwei noch immer untergetauchten Gesinnungsgenossen der Gruppe "Das K.O.M.I.T.E.E." an. Diese habe in den 1990er Jahren einen Anschlag auf ein Bundeswehrgebäude im brandenburgischen Bad Freienwalde verübt, schrieb unlängst das Nachrichtenportal Spiegel Online, das als erstes deutsches Medium über die Festnahme berichtet hatte. Zudem wird Heidbreder die Beteiligung an der versuchten Sprengung einer leerstehenden Haftanstalt in Berlin-Grünau vorgeworfen, die heute als Abschiebegefängnis genutzt wird.

Der Sprecher der Generalbundesanwaltschaft bestätigte im Gespräch mit amerika21.de nun eine "jahrelange internationale Fahndung". Nach der Festnahme habe der Generalbundesanwalt mittlerweile ein Auslieferungsersuchen auf den Weg gebracht. "Über die Auslieferung werden die zuständigen Stellen in Venezuela entscheiden", so Köhler, der zu dem Stand und dem Gang des Auslieferungsverfahrens in Venezuela keine Stellung nehmen wollte.

Die Justizbehörden des südamerikanischen Landes haben den Fall noch nicht öffentlich kommentiert.

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