DruckversionEinem Freund senden
01.08.2014 Chile / Menschenrechte

Angehörige der Mapuche in Chile fordern ihre Freilassung

Flagge der Mapuche

Flagge der Mapuche

Lizenz: http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain

Chile, Temuco. Seit zwei Wochen befinden sich die indigenen politischen Gefangenen im Gefängnis der südchilenischen Stadt Temuco erneut in einem Hungerstreik. Luis Marileo Cariqueo und Cristián Levinao Melinao kritisieren, dass Versprechen des chilenischen Staates gegenüber Mitgliedern der Volksgruppe der Mapuche nicht erfüllt worden seien. Zudem würde die "Repression auf Mapuche-Territorium verstärkt", heißt es in einer Erklärung der beiden Männer.

Die von Vertretern der chilenischen Regierung unterzeichnete Übereinkunft beinhaltete unter anderem die Aufnahme von Verhandlungen über den Einsatz von anonymisierten Zeugen in politischen Verfahren. Außerdem sollten die politischen Gefangenen innerhalb von 60 Tagen in ein Zentrum für Bildung und Arbeit (CET) verlegt werden. In dem letzten Kommuniqué prangern die beiden Mapuche an, dass sie bis jetzt immer noch nicht verlegt wurden. Mit dem Hungerstreik würden sie daher nun ihre Freilassung fordern.

Bereits im April 2014 hatten die Mapuche einen Hungerstreik begonnen. Unter anderem forderten sie eine Verlegung in ein CET und beriefen sich auf Abmachungen, die bereits bei den vergangenen drei Hungerstreiks von der Regierung gemacht worden waren.

In Chile leben etwa 1,5 Millionen Mapuche. Sie sind damit das größte indigene Volk in dem südamerikanischen Land. Viele von ihnen mussten in Folge des Landraubes und daraus resultierender Landknappheit in die Städte abwandern, um überleben zu können. Im Süden Chiles wehren sich die Mapuche-Gemeinden weiterhin gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen durch die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen durch multinationale Unternehmen. Viele Mapuche-Aktivisten wurden festgenommen und zu Gefängnisstrafen verurteilt. Hierbei spielt das 1984 noch unter Diktator Augusto Pinochet beschlossene Anti-Terror-Gesetz eine große Rolle. Es lässt Aussagen anonymer Zeugen zu, verbietet den Strafverteidigern in den ersten sechs Monaten des Verfahrens Zugang zu den Ermittlungsakten und erlaubt bei bestimmten Straftaten die Verdopplung der Strafe.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr

Was Sie auch interessieren könnte ...

10.04.2014 Nachricht von Alina Rodenkirchen