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Gewerkschaftsverband in Brasilien unterstützt Dilma Rousseff

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Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff bei ihrer Ansprache vor CUT-Mitgliedern
Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff bei ihrer Ansprache vor CUT-Mitgliedern

Brasília. Der größte gewerkschaftliche Dachverband Brasiliens (Central Única dosTrabalhadores, CUT), hat offiziell seine Bereitschaft erklärt, Präsidentin Dilma Rousseff bei ihrer Wiederwahl zu unterstützen. Dies berichtet das Nachrichtenportal Nodal.

Auf einem Spitzentreffen des CUT suchte Rousseff unlängst den Schulterschluss mit dem Gewerkschaftsvorstand und den regionalen Vertretern für ihre Wiederwahl zur Präsidentin am 5. Oktober.

Der Rückhalt der Gewerkschafter sei eine Ehre für sie, so die Präsidentin in ihrer Ansprache. Als die CUT ihre Kandidatur im Jahr 2010 unterstützt habe, "gab ich ein Versprechen, das ich bei meiner Antrittsrede bekräftigt habe: die Arbeiterinnen und Arbeiter zu achten. Denn das bedeutet, dieses Land zu verändern, die Ungleichheiten zu verringern und sie niemals im Stich zu lassen."

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Sie sei nicht angetreten, um Löhne zu kürzen oder Arbeitsplätze zu vernichten. Auch werde sie nicht zulassen, dass das Land vor irgendjemand auf die Knie gezwungen werde, so Rousseff in Anspielung auf die derzeitige Krise in Argentinien.

Die Präsidentin erinnerte auch an die Geschichte des Gewerkschaftsverbands, der maßgeblichen Anteil an der Demokratisierung des Landes und der Überwindung der Militärdiktatur (1964 – 1985) habe. "Ich stamme aus einer Epoche, in der der Arbeiter, wenn er für seine Rechte kämpfte, entweder entlassen wurde oder auf einer schwarzen Liste landete und im Fall eines Streiks im Gefängnis. Dieses Land hat sich verändert und der CUT ist Teil dieser Geschichte", so Rousseff.

Bei dem Treffen verlas die Vizepräsidentin des CUT, Carmen Foro, eine Erklärung zur Unterstützung Rousseffs im Wahlkampf. "Wir erwarten die Beibehaltung einer Politik der Anhebung des Mindestlohnes und der Renten, des Kampfes gegen jedwede Form von Diskriminierung, insbesondere von Frauen und Schwarzen, sowie einen Zugewinn bei den Angestellten und die Schaffung von mehr und besseren Arbeitsplätzen", heißt es in dem Dokument. Ebenso sei die Fortführung der Agrarreform nach wie vor von großer Bedeutung für den CUT.

Im Gegenzug für die Fortführung einer solchen Arbeitsmarktpolitik sei Rousseff das Engagement der Gewerkschaftsmitglieder und Funktionäre des CUT gewiss, um für die dringend notwendigen Strukturreformen des Landes zu kämpfen.

Unterdessen haben noch fünf weitere große Gewerkschaften des Landes ihre Unterstützung für Dilma Rousseff bei der kommenden Präsidentschaftswahl erklärt: Força Sindical, União Geral dos Trabalhadores (UGT), Central dos Trabalhadores e Trabalhadoras do Brasil (CTB), Nova Central Sindical de Trabalhadores (NCST) und die Central de Sindicatos Brasileiros (CSB). Gemeinsam mit dem CUT repräsentieren sie 6,5 Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter.

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