Venezuela / Politik

Neue Regierungsinitiative für Entwaffnung in Venezuela

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Präsident Maduro beim Basketball am "Friedenstag" in Caracas
Präsident Maduro beim Basketball am "Friedenstag" in Caracas

Caracas. Der Präsident von Venezuela, Nicolás Maduro, hat bei einer Veranstaltung zum Internationalen Tag des Friedens der Vereinten Nationen die Bevölkerung erneut zur freiwilligen Abgabe von Schusswaffen aufgerufen. Tausende Menschen beteiligten sich aus diesem Anlass am Sonntag an einem Umzug durch das Zentrum der Hauptstadt Caracas, der von zahlreichen kulturellen und sportlichen Aktivitäten begleitet war.

Seine Regierung habe einen "nationalen Plan zur freiwilligen Entwaffnung" beschlossen, der nun verstärkt umgesetzt werde. Das Kabinett habe dafür umgerechnet rund 47 Millionen US-Dollar zusätzlich bewilligt. Unter anderem werden landesweit 60 Zentren zur Koordinierung eröffnet. "Die Waffen der Republik müssen entsprechend der Verfassung im Besitz der Streitkräfte, Milizen und der Nationalpolizei sein", betonte Maduro.

Der Plan solle dazu beitragen, die Sicherheit in dem südamerikanischen Land zu verbessern und ergänze andere Initiativen, wie verstärkte Polizeipräsenz und Präventionsmaßnahmen. Dieser "Friedensprozess" brauche vor allem die Mitarbeit bewusster Jugendlicher, so der Präsident weiter.

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Innen- und Justizminister Miguel Rodríguez Torres gab bei einer Pressekonferenz am Dienstag bekannt, dass ab dem kommenden Montag die freiwillige, auch vertrauliche Abgabe von Schusswaffen und Munition in den 60 Zentren im gesamten Staatsgebiet möglich sei. Details werden in der nationalen Presse und im Internet veröffentlicht. Die ersten zehn Personen, die ihre Waffen freiwillig abgeben, erhalten ein Vollzeitstipendium für ein fünfjähriges Studium nach Wahl. Auch würden Semester-Stipendien sowie weitere Prämien wie Computer, Tablets und Smartphones sowie finanzielle Hilfen für Hausbau oder Medikamente vergeben. Der Minister rief die Kirchen des Landes auf, die Kampagne zu unterstützen.

In Venezuela ist seit Juni des vergangenen Jahres ein Gesetz zur Waffenkontrolle in Kraft, das Strafen von bis zu 20 Jahren Haft bei illegalem Waffenbesitz vorsieht. Auch wurde ein neues Register für Waffen und Waffenteile unter Kontrolle der Armee eingeführt. Außerdem liegt das Monopol für den Verkauf von Waffen und Munition nun allein beim Staat.

Statistiken fallen unterschiedlich aus, jedoch haben offizielle Quellen eingeräumt, dass die Bevölkerung in Venezuela vor fünf Jahren bei einer Einwohnerzahl von 29 Millionen fast 15 Millionen verschiedene Arten von Schusswaffen in Besitz hatte.

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