Venezuela / Politik

Internationale Reaktionen auf Mord an Politiker in Venezuela

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Der 27-jährige Abgeordnete Robert Serra wurde am 1. Oktober 2014 ermordet
Der 27-jährige Abgeordnete Robert Serra wurde am 1. Oktober 2014 ermordet

Caracas. Die Ermordung des venezolanischen Parlamentsabgeordneten Robert Serra hat innerhalb und außerhalb Venezuelas breite Reaktionen hervorgerufen. Der junge Parlamentarier der regierenden Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) war am 1. Oktober in seinem Haus in Caracas zusammen mit seiner Begleiterin María Herrera erstochen worden.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hatte schon unmittelbar nach der Bluttat seinen "immensen Schmerz" über den Tod des sozialistischen Jungpolitikers ausgedrückt. Innenminister Miguel Rodríguez Torres, der Anfang Oktober die Nachricht von der Ermordung Serras publik gemacht hatte, rief die Anhängerschaft der PSUV dazu auf, die Ruhe zu bewahren. Er sprach von einer "niederträchtigen" Tat und kündigte eine eingehende Untersuchung an.

Vonseiten der politischen Opposition wurde der Mord ebenfalls verurteilt. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat des Oppositionsbündnisses "Tisch der demokratischen Einheit" (MUD), Henrique Capriles Radonski, sprach von einer "nationalen Forderung, dass die Gewalt aufhören muss".

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Auch in Deutschland gab es Reaktionen auf das Verbrechen. Eine Gruppe von Abgeordneten der Linkspartei aus dem Deutschen Bundestag und EU-Parlament verlieh in einem Kommuniqué ihrer "Erschütterung und Trauer" Ausdruck. (Das Dokument hängt unter dem Text als Pdf-Datei an.)

"Wir sehen mit Beunruhigung erste Hinweise auf einen politischen Hintergrund der Tat", heißt es in dem Schreiben der Parlamentarier. Gleichzeitig forderten sie "die Verantwortlichen in Berlin und Brüssel" auf, ihre Kontakte zum "gewaltbereiten und antidemokratischen" Teil der venezolanischen Opposition einzustellen.

In den vergangenen Tagen hatten sich verschiedene Politiker, insbesondere aus Lateinamerika, zu dem Mord geäußert. Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), José Miguel Insulza, bezeichnete ihn als "unnötige Gewalt" und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro würdigte Serras politische Arbeit in einem Artikel und äußerte seine Vermutung, der Abgeordnete sei nicht Opfer einer zufälligen Tat geworden. Auch Uruguays Präsident José Mujica verurteilte den Mord in einer offiziellen Erklärung.

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