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Nach 50 Jahren: Obama will Kuba-Blockade aufheben

Paukenschlag in Washington: US-Präsident kündigt breite Kooperation mit Havanna an. Am Dienstag erstes Telefonat zwischen Staatschefs seit Revolution

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Barack Obama bei seiner Ansprache
Barack Obama bei seiner Ansprache

Washington. Nach über 50 Jahren tiefer Differenzen wollen die Regierungen der USA und Kubas eine Normalisierung ihrer Beziehungen erreichen. In TV-Auftritten gaben US-Präsident Barack Obama und Kubas Präsident Raúl Castro am Mittwoch zeitgleich erste Schritte dazu bekannt. Obama machte dabei deutlich, dass die Kuba-Blockade beendet werden soll. "Die Politik der Isolation hat nicht funktioniert", sagte er.

Der Ankündigung vorausgegangen war am Dienstag ein knapp einstündiges Telefonat zwischen beiden Staatschefs. Es war der erste direkte Kontakt zwischen einem US-Präsidenten und einem kubanischen Staatschef seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen nach der kubanischen Revolution vor mehr als einem halben Jahrhundert, hieß es aus Washington.

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Nach Obamas Ankündigung sollen die umfassenden Embargomaßnahmen seitens der USA und Reisebeschränkungen gelockert werden. Als ersten konkreten Schritt entließ Kuba den US-Bürger Alan Gross aus der Haft, der Spionagematerial in den sozialistischen Inselstaat geschmuggelt hatte. Im Gegenzug kamen drei kubanische Agenten in den USA frei.

In Washington stießen die Änderungen noch vor der offiziellen Ankündigung auf harsche Kritik einzelner Kongressabgeordneter, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Obama sagte in seiner international live übertragenen Ansprache, dass er diese Meinungen respektiere. Allerdings habe die Politik der vergangenen Jahrzehnte nicht funktioniert.

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