Haiti / Politik

Proteste in Haiti dauern an, Präsident redet mit Gegnern

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Proteste gegen Präsident Martelly in Haiti dauern an
Proteste gegen Präsident Martelly in Haiti dauern an

Port-au-Prince. Oppositionelle Gruppen in Haiti haben in der Hauptstadt Port-au-Prince zu Weihnachten erneut für einen Rücktritt des amtierenden Präsidenten Michel Martelly demonstriert. Ein Protestzug am Mittwoch führte über den zentralen Park Campo de Marte gegenüber des Präsidentenpalastes und endete mit einer Kundgebung am Nationalmuseum. Die von einem großen Polizeiaufgebot begleitete Demonstration verlief ohne weitere Zwischenfälle.

Sprecher der Opposition wiesen jedes Gesprächsangebot des Präsidenten zurück und forderten seinen Rücktritt. Die Proteste sollen während der Weihnachtstage fortgeführt und bis in den Januar aufrechterhalten werden. Präsident Martelly sucht indes den Kontakt zu Gruppierungen und Parteien der Opposition, um einen Ausweg aus der schweren politischen Krise zu finden. Am 17. Dezember war Martelly mit fünf Oppositionsgruppen zusammengekommen.

Unter den Organisatoren der Proteste, die Gespräche ablehnen, befinden sich die Gruppierungen MoPod und die Plattform Pitit Desalin.

Mitte Dezember waren oppositionelle Proteste gegen die Regierung von Präsident Martelly eskaliert. Die Teilnehmer forderten die Anberaumung von Parlaments- und Regionalwahlen, die von der Regierung seit dem Jahr 2011 zugesagt werden, seither aber immer wieder verschoben wurden. Haitianische Polizeikräfte und Mitglieder der UN-Mission MINUSTAH hatten daraufhin eine Demonstration zerschlagen, nachdem die Protestteilnehmer spontan zum Präsidentenpalast ziehen wollten. In Folge der Auseinandersetzung gab es ein Todesopfer unter den Zivilisten und mehrere Verletzte. Premierminister Lamothe und mehrere Kabinettsmitglieder traten daraufhin zurück.

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