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Morales vermutet CIA-Agenten in Regierungspartei MAS

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Kundgebung der MAS in Cochabamba am 29. März 2014 anlässlich ihres 19-jährigen Bestehens
Kundgebung der MAS in Cochabamba am 29. März 2014 anlässlich ihres 19-jährigen Bestehens

La Paz. Boliviens Präsident Evo Morales hat zur Stärkung der Einheit seiner regierenden "Bewegung zum Sozialismus" (MAS) aufgerufen. Im Fernsehen äußerte er die Vermutung, der US-amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA habe die Partei infiltriert. Morales ermahnte seine Mitstreiter zur Zusammenarbeit, um die Regionalwahlen am 29. März dieses Jahres zu gewinnen. Das bolivianische Staatsoberhaupt befürchtet, die CIA würde gemeinsam mit der rechten bolivianischen Opposition Konflikte innerhalb der MAS und damit ihre Spaltung provozieren.

"Die CIA ist in der MAS präsent. Da sie keinen Staatstreich von den Vereinigten Staaten aus durchführen kann, da das Volk sich erheben würde, und da sie auf demokratischem Wege nicht gewinnen kann, infiltriert sie uns und versucht uns zu entzweien", so Morales. Er reagierte damit auf die Konflikte innerhalb der MAS während der vergangenen Wochen im Zusammenhang mit der Kandidatenauswahl für die anstehenden Wahlen auf regionaler Ebene.

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Bei den Wahlen im März treten rund 15.000 Kandidatinnen und Kandidaten von 150 verschiedenen politischen und sozialen Organisationen sowie indigenen Gemeinschaften an. Diese werden in Komitees gewählt, aus denen dann wiederum unter anderem Gouverneure, Bürgermeister, Vize-Gouverneure, Stadträte und regionale Abgeordnete hervorgehen. Mehrere regionale Anführer der MAS, die nicht gewählt wurden, erklärten ihren Rücktritt. Ihnen warf der Präsident Machtstreben vor. Sie seien "in Versuchung geführt oder erobert worden", dies habe sie zum "Verrat" gebracht. Die Auswahl der Kandidaten sei demokratisch verlaufen, so Morales weiter.

Boliviens Präsident äußerte sich auch allgemein zu den Beziehungen seiner Regierung zu den USA. Man wolle Beziehungen auf Augenhöhe, allerdings hätte der US-Botschafter bei einem Treffen gesagt, die Regierung dürfe keine Beziehungen zum Iran, zu Kuba und Venezuela pflegen – das habe ihn erzürnt. "Wir sind ein Land, eine Nation, ein Volk und wir pflegen eine Kultur des Dialogs. Wenn wir könnten, würden wir Beziehungen zur ganzen Welt haben", so Morales.

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