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10.01.2015 Amerikas / China / Politik / Wirtschaft

Erstes Gipfeltreffen von CELAC-Bündnis und China

Fünfjahresplan verabschiedet. Gleiche Handelsbeziehungen und gegenseitige Vorteile angestrebt. Gemeinsame politische und wirtschaftliche Interessen
Gruppenfoto der Teilnehmer des CELAC-China-Gipfels

Gruppenfoto der Teilnehmer des CELAC-China-Gipfels

Quelle: twitter.com
Lizenz: CC by-nc-sa 2.0

Beijing. Am 8. und 9. Januar hat in der chinesischen Hauptstadt Beijing das erste offizielle Treffen zwischen der asiatischen Supermacht und dem lateinamerikanischen und karibischen Staatenbund CELAC stattgefunden. Eine "Erklärung von Beijing" fasst die gemeinsamen Interessen und Ziele zusammen. Sie sollen in einem Fünfjahresplan berücksichtigt werden.

Zentral sind dabei die drei "Motoren" Investition, Handel und Kooperation. China plant, in den kommenden zehn Jahren in Lateinamerika und der Karibik Investitionen in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar zu tätigen.

Neben den geplanten Investitionen vergab China Darlehen in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar zu Vorzugsbedingungen. Zugleich wurde ein Kooperationsfonds mit fünf Milliarden US-Dollar eingerichtet. Wie Chinas Präsident Xi Jinping bei seiner Einführungsrede in der Halle des Volkes erläuterte, soll die Kooperation auf der Basis von Gegenseitigkeit, gemeinsamer Entwicklung und zum kollektiven Wohl entwickelt werden.

Geplant ist zudem ein stärkerer wissenschaftlicher und kultureller Austausch. So stellt China 5.000 Stipendien für Studenten in den CELAC-Mitgliedsländern zur Verfügung.

In der internationalen Politik sehen die Länder gemeinsame Interessen bei der Demokratisierung der internationalen Beziehungen, der Klimapolitik und der Reform des internationalen Finanzsystems. Ebenso wie China hat Lateinamerika Interesse daran, die Dominanz der USA auf der globalen Ebene zu beseitigen und eine multipolare Weltordnung zu fördern.

Bisher sind die hauptsächlichen Handelspartner Lateinamerikas die USA und die Europäische Union. Die Staaten Lateinamerikas streben eine größere Unabhängigkeit an, während China an Rohstoffen und Agrarprodukten interessiert ist.

Der Präsident von Costa Rica, Luis Guillermo Solis, sagte, dass das Treffen ein solides Fundament für die Zusammenarbeit geschaffen habe. Man respektiere sich und erkenne Unterschiede an. "Es handelt sich um eine Kooperation, die nicht auf unerfüllbaren Bedingungen basiert, sondern auf dem Wunsch, sich gegenseitig zu helfen", so Solis. Dies habe es zuvor nicht gegeben. Im Gegensatz zu der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds sind die Kredite und Handelsabkommen Chinas nicht mit Auflagen wie Privatisierung öffentlicher Unternehmen, Abbau von Sozialleistungen und Liberalisierung des Arbeitsmarktes verbunden.

Ecuadors Präsident Rafael Correa sieht darin die Möglichkeit, eine eigenständige Entwicklung umzusetzen. Wie die staatliche ecuadorianische Nachrichtenagentur Andes berichtet, bezeichnete Correa die vereinbarten Kooperationen als historisch. Im Rahmen der CELAC-Präsidentschaft Ecuadors ab Ende Januar will er die Beziehungen zwischen China und dem Bündnis vertiefen.

An dem Forum nahmen aus Lateinamerika und der Karibik vier Präsidenten und 40 Minister teil, davon zwanzig Außenminister aus 30 Mitgliedsländern der CELAC. Das nächste Treffen des Forums ist für 2018 in Chile geplant.

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