Freie Bahn für Boliviens Beitritt zum Mercosur

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Sowohl Argentinien als auch Paraguay stehen der von Uruguay geforderten Flexibilisierung skeptisch gegenüber
Sowohl Argentinien als auch Paraguay stehen der von Uruguay geforderten Flexibilisierung skeptisch gegenüber

Asunción. Paraguay ist bereit, dem Beitritt Boliviens zum regionalen Wirtschaftsbündnis Gemeinsamer Markt des Südens (Mercosur) zuzustimmen. Dies erklärte der stellvertretende Außenminister für Wirtschaftsbeziehungen des Landes, Rigoberto Gauto, gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE.

Paraguay blockiere den Beitritt Boliviens nicht, sondern wünsche sich ganz im Gegenteil den Anschluss. Allerdings müsse Paraguay dafür dem Beitrittsprotokoll zustimmen, das es nicht unterschrieben habe. Das Land werde das Protokoll "voller Freude unterzeichnen, sobald sein Name darin erscheint", so Gauto.

Das Beitrittsprotokoll für Bolivien war in der Zeit gebilligt worden, als die Mitgliedschaft Paraguays im Jahr 2012 nach der Absetzung des damaligen Präsidenten Fernando Lugo durch einen institutionellen Putsch suspendiert worden war.

Nach abgehaltenen Wahlen kehrte Paraguay mit der Amtsübernahme durch den neu gewählten Präsidenten Horacio Cartes 2013 in den Wirtschaftsblock zurück.

Gauto zeigte sich zuversichtlich, dass das Problem während der Mitte Dezember 2014 von Brasilien übernommenen Mercosur-Präsidentschaft gelöst wird. Paraguay und Bolivien hätten dem Mercosur schon zwei Vorschläge bezüglich des Beitritts vorgelegt, die aber nicht die Zustimmung der übrigen Mitglieder gefunden hätten.

"Bis jetzt haben sich die anderen Mitglieder noch nicht einigen können. Aber es muss ein neues Protokoll mit Paraguay als Mitunterzeichner unterschrieben werden", stellte er klar.

Mercosur-Mitglieder sind derzeit Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Venezuela.

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