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Überreste von Opfern der argentinischen Militärdiktatur in Paraguay gefunden

Forensiker an der Fundstelle in Paso de Patria

Forensiker an der Fundstelle in Paso de Patria

Asunción. Die paraguayische Regierung hat neue Erkenntnisse im Fall der Anfang des Jahres gefundenen menschlichen Überreste präsentiert. Dabei handelt es sich höchstwahrscheinlich um sogenannte Verschwundene ("desaparecidos") während der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983). Dies gab unlängst der Direktor der staatlichen Abteilung für Wiedergutmachung und Erinnerung, Rogelio Goiburú, bei einer Pressekonferenz bekannt.

Anfang Januar hatten Bauarbeiter bei Grabungsarbeiten nahe der argentinischen Grenze fünf menschliche Schädel und zahlreiche Knochen entdeckt. Zunächst vermuteten die Behörden, es handele sich dabei um Opfer der Diktatur in Paraguay unter Alfredo Stroessner (1954-1989). Doch Experten, die sich mit der Aufarbeitung der Militärherrschaft befassen, hatten das ausgeschlossen. Es gebe keine Kenntnisse über Verschwundene in dieser Region, hieß es.

Nun hätten sich Familienangehörige von Verschwundenen als Zeugen gemeldet, die auf argentinischer Seite, nahe der Fundstelle lebten. Dort waren offenkundig Menschen von Schergen der argentinischen Militärdiktatur verschleppt und hingerichtet worden. Möglicherweise habe man diese Opfer in Paraguay vergraben. Das zuständige Ministerium in Paraguay prüft derzeit die Aussagen. 

Während der 70er- und 80er-Jahre herrschten in vielen südamerikanischen Ländern von den USA unterstützte Diktaturen. Die Geheim- und Sicherheitsdienste dieser Länder kooperierten unter Leitung des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA miteinander bei der Erfassung und Verfolgung politischer Gegner. Mehrere Zehntausend Menschen wurden entführt, schwer gefoltert und anschließend getötet. Die Angehörigen erfuhren weder, wer für das Verschwinden verantwortlich war, noch, was mit ihren Familienmitgliedern passierte.

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