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Venezuelas Regierung präsentiert Details zu Putsch-Plan

Verschwörer sollen Geld aus den USA erhalten haben. Venezuelas Regierung präsentiert Hinweise auf geplanten Ablauf für einen Putsch

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Parlamentspräsident Diosdado Cabello präsentierte im Fernsehen Beweismaterialien
Parlamentspräsident Diosdado Cabello präsentierte im Fernsehen Beweismaterialien

Caracas. Präsident Nicolás Maduro hat Details zu einem angeblich geplanten Putschversuch in Venezuela bekanntgegeben. Demnach verfügt die Regierung über Informationen, wonach eine Gruppe vergangener Woche festgenommener Offiziere Geld aus den USA erhalten haben sollen.

Der Umsturz habe nach einem mehrstufigen Plan ablaufen sollen, sagte Maduro. Als erstes hätte ein sogenanntes "Programm der Übergangsregierung" in verschiedenen Medien erscheinen sollen. Danach sollten Kräfte der Luftwaffe den Regierungspalast in Caracas sowie regierungsnahe Medienhäuser bombardieren. In der Folge hätte ein General der Luftwaffe in einer Videobotschaft einen generellen Aufstand des Militärs verkündet. Diese Rolle sollte nach Angaben des Präsidenten der Brigadegeneral Oswaldo Hernández Sánchez übernehmen, der bereits im vergangenen Jahr nach seiner Teilnahme an gewaltsamen Oppositionsprotesten vorübergehend festgenommen wurde. Sicherheitskräfte der Regierung hätten jedoch die Aufnahme des betreffenden Videos dank eines Hinweises verhindert, so Maduro.

Stattdessen hätten die Verschwörer später ein anderes, knapp neunminütiges Video aufgenommen. Dieses habe schließlich bei der Überführung der nun verhafteten Personen geholfen, sagte der Präsident, der sich bei den beteiligten Ermittlern für ihre Arbeit bedankte.

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Die Finanzierung der Gruppe, der mehrere Luftwaffenoffiziere und Zivilpersonen angehörten, sei über Kanäle in den USA erfolgt. Hernández Sánchez sei zudem in Besitz eines Visums der Vereinigten Staaten, das ihm im Fall eines Scheiterns des Coups in Venezuela die Einreise in die USA ermöglicht hätte. Zwei der beteiligten Verschwörer hätten indes auf internationalen Fahndungslisten gestanden, so Maduro.

Weitere Belege für die Verschwörung präsentierte der Präsident der Nationalversammlung, Diosdado Cabello, in seiner wöchentlichen Fernsehsendung. Zusammen mit dem Bürgermeister von Caracas, Jorge Rodríguez, zeigte Cabello Bildaufnahmen von Hausdurchsuchungen bei den verdächtigen Personen. Diese zeigen ein Waffen- und Munitionslager im Haus eines Unternehmers in Caracas, wo kürzlich ein konspiratives Treffen stattgefunden habe. Auf sichergestellten Computern seien neben Plänen für die Ausführung der Angriffe zudem Bilder einer US-amerikanischen Regierungsfunktionärin gefunden worden, die erst kürzlich den wegen Anstiftung zu gewaltsamen Unruhen inhaftierten Oppositionspolitiker Leopoldo López besucht hatte.

In die Putschvorbereitungen seien auch Oppositionspolitiker direkt involviert gewesen, führte Cabello aus. Ein festgenommener Divisionsgeneral, Maximilian Hernández, habe den Parlamentsabgeordneten Julio Borges von der Oppositionspartei Primero Justicia (PJ) als Verantwortlichen für die Auswahl der "taktischen Ziele" der Operation bezeichnet. "Ein Politiker, der eine solche Tat begeht, ist ein Krimineller", sagte Rodríguez unter Bezugnahme auf Borges. Primero Justicia verteidigte Borges umgehend in einer Stellungnahme. Die Beschuldigungen seien ein "Versuch der Regierung, von den Problemen im Land abzulenken", schrieb der Parteivorstand.

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