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Russland stärkt Zusammenarbeit mit Zentralamerika

Außenminister Lawrow besucht mehrere Länder der Region. Russland stellt Antrag auf Beobachterstatus beim Zentralamerikanischen Integrationssystem
Russlands Außenminister Sergej Lawrow beim Treffen mit Kubas Präsident Raúl Castro

Russlands Außenminister Sergej Lawrow beim Treffen mit Kubas Präsident Raúl Castro

Managua. Russland will die Zusammenarbeit mit den Staaten Zentralamerikas sowie mit Kuba und Kolumbien verstärken. Außenminister Sergej Lawrow stellte vergangene Woche die Weichen für verschiedene Kooperationsprojekte bei Besuchen in Kuba, Nicaragua und Guatemala.

In Havanna war Lawrow mit Staatschef Raúl Castro, Außenminister Bruno Rodríguez und dem Vizepräsidenten des Ministerrats Ricardo Cabrisas zusammengetroffen. Im Zentrum der Gespräche stand eine Vertiefung der Kooperation im Energiebereich und in der zivilen Luftfahrt. Laut Lawrow gibt es weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit in den Bereichen Biotechnologie und Pharmazeutik sowie im Gesundheitswesen. Am 22. April soll zu diesem Zweck im russischen Kazan ein Treffen einer bilateralen Regierungskommission stattfinden.

Kubas Präsident Castro bedankte sich während einer gemeinsamen Pressekonferenz öffentlich bei Lawrow für die diplomatische Unterstützung Russlands gegen die Wirtschaftsblockade, die die USA seit 1960 gegen die sozialistische Karibikinsel aufrechterhalten.

Bei seinem anschließenden Besuch in Kolumbien traf Lawrow mit Präsident Juan Manuel Santos und Außenministerin María Holguín zusammen. Bei den Gesprächen ging es unter anderem um die Erhöhung der Exporte nach Russland. Sein Land schätze die "ausgeglichene Position" Kolumbiens im Ukraine-Konflikt, so Lawrow. Er begrüßte die Friedensverhandlungen der Regierung Santos mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC), die seit November 2012 in Havanna geführt werden. Russland unterstütze aktiv die Bemühungen, den internen bewaffneten Konflikt beizulegen und hoffe auf Erfolg und eine nationale Versöhnung.

Die nächste Station war Nicaragua, wo er mit Präsident Daniel Ortega Projekte der bilateralen Zusammenarbeit besprach. Diese betreffen in erster Linie die Landwirtschaft sowie die Sektoren Transportinfrastruktur, Luftfahrt, Maschinenbau, Satellitentechnologie und die pharmazeutische Industrie. Verhandlungen über einen Vertrag zur Lieferung russischer MiG-Jagdflugzeuge hatten zuvor für aufgeregte Berichte in US-amerikanischen Medien gesorgt.

Zum Abschluss seiner Lateinamerika-Reise besuchte der russische Außenminister Guatemala. Dort nahm er an einem Ministertreffen des Zentralamerikanischen Integrationssystems (SICA) teil, einem Regionalbündnis, dem acht zentralamerikanische Staaten als Vollmitglieder angehören. Weitere neun Länder haben gegenwärtig den Status als Beobachter, darunter die Bundesrepublik. Im Namen der russischen Regierung stellte Lawrow einen formellen Antrag auf Beobachterstatus.

Russlands Chefdiplomat lobte die Integrationsmechanismen in Lateinamerika sowie die Fortschritte bei Themen wie demokratische Teilhabe, soziale Integration, wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie Maßnahmen gegen den Klimawandel und Katastrophenprävention. Im Gegenzug hoben die lateinamerikanischen Minister in einer gemeinsamen Mitteilung die positive Rolle Russlands als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats bei der friedlichen Konfliktlösung hervor.

Bei der Zusammenkunft wurde vereinbart, Treffen zwischen Akteuren der Privatwirtschaft aus den SICA-Staaten und Russland zu fördern. Russland wurde zudem eingeladen, sich als Partnerstaat an der Zentralamerikanischen Bank für Wirtschaftsintegration (BCIE) zu beteiligen.

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