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Rassistisches Manifest greift Latinos in den USA an

Die Flagge der Konföderierten Staaten von Amerika ist zum Symbol des Ku-Kux-Klans geworden. Roof benutzte sie für seine Fotos

Die Flagge der Konföderierten Staaten von Amerika ist zum Symbol des Ku-Kux-Klans geworden. Roof benutzte sie für seine Fotos

Charleston, South Carolina. Ein im Internet erschienenes Manifest erklärt Latinos zu Feinden der USA. Der Text sei auf einer Webseite aufgetaucht, die auf den Namen des mutmaßlichen Mörders von neun Afroamerikanern, Dylan Storm Roof, registriert sei, so das FBI. Lateinamerikaner stellten ein Problem für die USA dar, heißt es darin. Es gäbe allerdings "gute Latinos und schlechte Latinos". So sei die weiße Elite der lateinamerikanischen Bevölkerung von Uruguay, Argentinien und Chile es wert, gerettet zu werden. Trotzdem "sind Latinos unsere Feinde", verkündet das Schreiben.

Das Massaker an den neun Afroamerikanern hat Roof vorletzten Mittwoch in der historischen Emanuel African Methodist Episcopal Church in South Charleston begangen. Der 21-Jährige nahm noch gemeinsam mit den späteren Opfern an einer Bibelstunde teil, bevor er gegen sie das Feuer eröffnete.

Die Hintergründe der Tat deuten bisher auf einen rein rassistischen Akt, der als ein konkreter Angriff auf die afroamerikanische Bevölkerung gewertet wird. So soll er während des Attentats gegenüber Überlebenden und in den Monaten zuvor gegenüber Freunden seinen Hass damit begründet haben, dass Afroamerikaner zunehmend die Kontrolle über den US-amerikanischen Staat und die weißen Amerikaner übernähmen.

Betrachtet man aber die am Samstag vom FBI gefundenen und auf Roofs Namen registrierte Website LastRhodesian.com, liest man von einem noch weiter reichenden Hass. Zwar ist bisher noch nicht bestätigt, ob die Website tatsächlich von dem 21-Jährigen eingerichtet wurde, aber von ihm auf der Seite integrierte Bilder lassen darauf schließen. Auf der Website wird eine tiefe Verachtung gegen den "heutigen amerikanischen Patriotismus", wie auch gegen alle "nicht-weißen" Minderheiten der USA, auch die Latinos, unterstrichen.

In seinem Auto flüchtend, konnte Roof einige Stunden nach dem Attentat in North Carolina gefasst und nach South Carolina überführt werden. Wie CNN unter Berufung auf zwei Beamte weiter meldete, gestand der 21-Jährige später seine Tat.

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