Kolumbien / Politik

Farc wechseln 17 Vertreter bei Friedensdialog für Kolumbien aus

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Neue Delegationsmitglieder der Farc für die Friedensgespräche in Havanna
Neue Delegationsmitglieder der Farc für die Friedensgespräche in Havanna

Havanna. Zum Beginn der neuen Gesprächsrunde über ein Friedensabkommen in Kolumbien haben die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) 17 neue Mitglieder ihrer Friedensdelegation präsentiert. Sie lösen bisherige Delegierte ab, die nach Kolumbien zurückkehren. Diese Rotation ist Teil der Kommunikationspolitik zwischen der Basis der Aufständischen im Konfliktgebiet und den Verhandlungsführern in der kubanischen Hauptstadt.

Sowohl Aufständische als auch Regierungsvertreter erklärten übereinstimmend, dass für die Beschleunigung der Verhandlungen nun in mehreren Arbeitsgruppen über das Ende des Krieges, Gerechtigkeit und Entschädigung für die Opfer gesprochen werde. Zur Teilnahme an den Gesprächen sind in Havanna auch hochrangige Militärs aus Kolumbien eingetroffen, an ihrer Spitze General Javier Flórez.

Nach wesentlichen Verhandlungsergebnissen bei Themen wie der Landfrage, politischer Beteiligung und illegale Drogen soll ein weiteres Mal über die Opfer des bewaffneten Konflikts gesprochen werden.

Die Farc betonten die Einigung auf die Bildung einer Wahrheitskommission. Um Gerechtigkeit zu erreichen, müsse die Wahrheit ans Licht, hieß es von dieser Seite. Die Guerillaorganisation wiederholte in Havanna auch ihre Forderung nach Öffnung der staatlichen Archive über die Aufstandsbekämpfung. "In Kolumbien gibt es Personen, die offensichtlich die Wahrheit mehr fürchten als das Gefängnis", so Rodrigo Granda von der Friedensdelegation der Aufständischen.

In der gegenwärtigen Phase der Gespräche geht es vor allem um Maßnahmen, um die Intensität des Konflikts zu senken. Vonseiten der Farc trat eine weitere einseitige Waffenruhe am 20. Juli in Kraft.

Als Beitrag zur Deeskalation hat Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos am Samstag eine Aussetzung der offensiven militärischen Aktionen gegen die Aufständischen angeordnet.

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