Bolivien

Mercosur-Außenminister unterzeichnen Aufnahme Boliviens

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Flagge des Mercosur
Flagge des Mercosur

Brasília. Die Außenminister von Brasilien, Uruguay, Paraguay und Bolivien sowie der Vizeaußenminister von Argentinien haben die Aufnahme Boliviens in das Freihandelsbündnis Gemeinsamer Markt des Südens (Mercosur) unterzeichnet. Zuvor hatten bereits Argentinien, Uruguay und Venezuela das Protokoll zur vollständigen Mitgliedschaft Boliviens ratifiziert. Nun ist noch die Zustimmung der Parlamente Brasiliens und Paraguays sowie eine parlamentarische Abstimmung in Bolivien selbst notwendig.

Bei dem 48. Treffen der Mercosur-Staaten in Brasilien übernahm zudem Paraguay den amtierenden Vorsitz, Guayana und Surinam wurden als assoziierte Staaten des Bündnisses anerkannt. Des Weiteren sollte die Einrichtung einer alternativen Bank, ein mögliches Handelsabkommen mit der Europäischen Union sowie die Möglichkeit einer Allianz mit den BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) diskutiert werden.

Boliviens Minister für Wirtschaft und Finanzen, Luis Arce Catacora, äußerte sich erfreut über den Verlauf: "Seit langem ist dies ein großer Wunsch unseres Landes. Wir haben Schritt für Schritt die Vorgaben erfüllt, die Voraussetzungen, um beitreten zu können, unsere Zölle angepasst und uns gemeinsamen Politiken angeschlossen, die notwendig sind, wenn ein Land einem integratives System wie diesem beitreten will." Man sei sich über die Aufgaben und Verpflichtungen bewusst, die mit der Aufnahme in das Bündnis einhergingen, daher werde man sie befolgen, aber auch mehr Vorteile für das Land haben, so Arce Catacora weiter.

Die Aufnahme Boliviens in den Mercosur war entschieden worden, als Paraguay nach dem Sturz des demokratisch gewählten Präsidenten Fernando Lugo vorübergehend aus dem Bündnis ausgeschlossen war. Der Ausschluss war von Ende Juni 2012 bis Mitte August 2013 wirksam.

Der Mercosur wurde im Jahr 1991 von Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay gegründet. Im Juli 2012 trat Venezuela dem Bündnis bei. Derzeit sind Chile, Kolumbien, Ecuador, Peru, Guayana und Surinam sogenannte assoziierte Mitglieder. Diese haben Beobachterstatus und können sich zu Wort melden, sie haben aber kein Stimmrecht. Bolivien hatte diesen Status seit 1996 inne.

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