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Linker Staatenbund Alba hält Luftbrücke nach Dominica aufrecht

Tropensturm hatte Karibikstaat schwer getroffen. Humanitäre Güter werden über Caracas ausgeflogen. Hilfe wird in der Region rasch koordiniert
Hilfe aus den Alba-Staaten ist umgehend angelaufen

Hilfe aus den Alba-Staaten ist umgehend angelaufen

Quelle: vtv.gob.ve

Roseau, Dominica. Flugzeuge mit humanitärer Hilfe aus den Mitgliedstaaten der Bolivarischen Allianz für Amerika (Alba) sind zu Beginn der Woche in der von einem Tropensturm verwüsteten Karibikinsel Dominica gelandet. Der Hurrikan "Erika" hatte in dem kleinen Inselstaat massive Schäden verursacht. Auch China stellte – neben westlichen Staaten – humanitäre Hilfe in Höhe von rund 300.000 Euro zur Verfügung.

Die Hilfe des linksgerichteten Staatenbundes Alba wird in Venezuela koordiniert. Vom militärischen Teil des Flughafens Maiquetía nahe Caracas ist inzwischen eine Luftbrücke eingerichtet worden. Zu den Gütern, die nach Dominica geflogen werden, zählen die wichtigsten Medikamente und medizinischen Materialien, Nahrungsmittel und Wasser.

Mit einem Patrouillenboot wurde am Montag ebenfalls von Venezuela aus eine Gruppe von Katastrophenschutzexperten nach Dominica gebracht. Sie sollen die Rettungsarbeiten vor Ort unterstützen. In erster Linie gehe es dabei um die Lokalisierung von Verschütteten und Personenrettung, berichtete der in Caracas ansässige lateinamerikanische Fernsehsender Telesur.

Der Hurrikan hat in der Karibik eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. Laut Medien dieses Landes kamen allein auf Dominica mindestens 35 Menschen ums Leben. Hunderte Häuser, Brücken und Straßen seien zerstört worden. Die Zerstörungen würden den kleinen Karibikstaat in seiner Entwicklung um 20 Jahre zurückwerfen. "Das Ausmaß der Zerstörung ist monumental. Wir müssen Dominica im Wesentlichen neu aufbauen", hieß es aus Dominica.

Die Hilfsgüter mussten mit Kleinflugzeugen nach Dominica gebracht werden

Quelle: vtv.gob.ve

Der Präsident der Katastrophenschutzbehörde von Venezuela, Luis Díaz, erklärte gegenüber Pressevertretern, dass man für die Hilfsflüge auf kleine und leichte Flugzeuge zurückgreife. Der Grund dafür sind die Bedingungen vor Ort: Weil durch den Sturm Landepisten zerstört wurden, können große und schwere Flugzeuge auf der Karibikinsel nicht mehr landen.

Am Dienstag legte in Venezuela zudem ein Tanklaster mit 30.000 Litern Dieseltreibstoff in Richtung Dominica ab. An Bord des Tankers befanden sich laut Telesur auch 3.000 Gasflaschen mit je zehn Kilo für den häuslichen Bedarf. Zudem wurden Maschinen verschifft, mit denen die Aufräumarbeiten unterstützt werden sollen.

Der Alba-Staatenbund bekräftigte indes seine Hilfsbereitschaft gegenüber Dominica, das dieser Allianz angehört. Die Mitgliedsstaaten "erklären ihre Solidarität mit der Bevölkerung von Dominica in diesem Moment von Leid und Trauer", heißt es in einer Erklärung. Das Bündnis stelle "die notwendigen Ressourcen zur Verfügung, um die Hilfe für die Betroffenen sowie den Wiederaufbau der Infrastruktur zu unterstützen". Nur gemeinsam werde man Entwicklung und Wohlstand für die lateinamerikanischen und karibischen Staaten erreichen.

Das Alba-Bündnis – im Vollnamen die "Allianz für die Völker unseres Amerikas – Handelsvertrag der Völker" – wurde auf Initiative des ehemaligen kubanischen Staats- und Regierungschefs Fidel Castro und des inzwischen verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez im Jahr 2004 gegründet. Dem Zusammenschluss gehören inzwischen rund ein Dutzend Staaten an: Antigua und Barbuda, Bolivien, Dominica, Ecuador, Grenada, Kuba, Nicaragua, St. Kitts und Nevis, Santa Lucia, San Vicente und die Grenadinen sowie Venezuela.

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24.09.2013 Nachricht von Peter Clausing
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