CIDH-Delegation besucht Mexiko, Treffen mit Eltern von Verschwundenen

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Die Präsidentin der CIDH, Rose-Marie Belle Antoine, beim Treffen mit den Eltern in der Escuela Normal Rural Raúl Isidro Burgos
Die Präsidentin der CIDH, Rose-Marie Belle Antoine, beim Treffen mit den Eltern in der Escuela Normal Rural Raúl Isidro Burgos

Iguala, Mexiko. Eine Abordnung der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) hat sich mit den Eltern der Lehramtsstudenten getroffen, die am 26. September 2014 von der mexikanischen Bundespolizei verschleppt wurden und seitdem verschwunden sind.

Die Zusammenkunft fand am Dienstag in der Escuela Normal Rural Raúl Isidro Burgos, der fortschrittlichen Hochschule zur Ausbildung von Grundschullehrern, in Ayotzinapa im Bundesstaat Guerrero statt, wo die Verschwundenen studiert hatten.

Die Präsidentin der Kommission, Rose-Marie Belle Antoine, sagte, Ziel des Treffens sei gewesen, Informationen zu erlangen, um einen Bericht in Sachen Menschenrechte über die Ereignisse in Iguala im September des vergangenen Jahres zu erstellen. "Es ist sehr wichtig für die Kommission, ihre Solidarität mit den Familien auszudrücken, und wir sind hier, um ihnen zu versichern, dass wir bei der Suche nach Gerechtigkeit auf ihrer Seite sind." Das Verschwinden der Studenten sei eine Menschenrechtstragödie, und die Kommission habe ihre Experten angewiesen, den Fall mit besonderer Priorität zu behandeln. Die CIDH bemühe sich darum, dass die Regierung Mexikos ihren Empfehlungen folge.

Die Eltern der 43 Lehramtsstudenten wiederholten bei dem Treffen ihre Bitte, dass die interdisziplinäre Expertengruppe der CIDH auf unbestimmte Zeit ihre Arbeit in Mexiko fortsetzen kann - so lange, bis aufgeklärt sei, was in Iguala geschah. Anfang September hatte diese Expertengruppe nach mehrmonatigen eigenen Untersuchungen ihren Bericht zu Ayotzinapa vorgelegt, der die offiziellen Ermittlungsergebnisse weitgehend infrage stellt. Er widerspricht vor allem der offiziellen Version der Regierung, die 43 jungen Männer seien noch in der Nacht zum 27. September auf einer nahe gelegenen Mülldeponie verbrannt worden. Auch zeigt er Indizien für die Verwicklung der Bundespolizei und der Armee in das Verbrechen auf.

In Mexiko waren am vergangenen Samstag, dem Jahrestag des gewaltsamen Verschwindenlassens der 43 Lehramtsstudenten, in der Hauptstadt und in anderen Landesteilen mehrere Zehntausend Menschen mit der Forderung "Lebend haben sie sie genommen, lebend wollen wir sie wieder" auf die Straße gegangen. Familienangehörige der Studenten und Menschenrechtsaktivisten führten die Protestmärsche an.

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