Chile / USA / Politik

CIA wusste von Pinochets Rolle bei Anschlag auf Letelier

Washington/Santiago de Chile. Der US-Auslandsgeheimdienst CIA sah bereits im Jahr 1987 "überzeugende Beweise" dafür, dass der damalige Diktator von Chile (1973-1990), Augusto Pinochet, "seinem Geheimdienstchef persönlich den Befehl zur Ermordung" des exilierten Oppositionellen Orlando Letelier in der US-Hauptstadt gegeben hat. Das geht aus einem als "geheim" eingestuften Memorandum an den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan hervor, das nun freigegeben wurde. Pinochet habe sich nach dem Attentat gegenüber Ermittlungen der USA versperrt, um seine Rolle in dem politischen Mordfall zu verschleiern, heißt es in dem Bericht weiter. Die CIA hatte damals offenbar auchHinweise darauf, dass Pinochet sogar seinen Geheimdienstchef Manuel Contreras ermorden lassen wollte, um die Spuren im Fall Letelier zu verwischen.

Letelier, ein ehemaliger Minister der 1973 von Pinochet gestürzten Regierung von Präsident Salvador Allende, sowie seine 25-jährige, US-amerikanische Assistentin Ronni Karpen Moffitt wurden in einer Kommandoaktion des chilenischen Geheimdienstes am 21. September 1976 in Washington getötet. Eine Bombe, die von den Agenten an Leteliers Auto angebracht worden war, riss beide in den Tod. Lediglich Moffitts Ehemann Michael überlebte den Anschlag.

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Der gesamte CIA-Bericht an Präsident Reagan bleibt zwar unter Verschluss. Jedoch liefert auch die Zusammenfassung neue Details über den Fall. Demnach versuchte der damalige US-Außenminister George Shultz mit einem drastisch formulierten Bericht die Meinung des Präsidenten gegenüber der chilenischen Diktatur zu beeinflussen, um Reagan zu überzeugen, die Verbindungen zu Pinochet zu kappen und eine Rückkehr des südamerikanischen Landes zur Demokratie zu ermöglichen. "Die CIA hat nie zuvor ihre Erkenntnisse über die Verwicklung der (Pinochet-)Führung in diese terroristische Tat derart klar präsentiert", schrieb Shultz.

Die an die George-Washington-Universität in der US-Hauptstadt angegliederte Forschungseinrichtung National Security Archive, die den Kurzbericht an Reagan mit Hilfe des US-amerikanischen Informationsfreiheitsgesetzes publik machen konnte, will nun auch an die ausführlicheren Berichte kommen, die dem Papier an den Präsidenten zugrunde lagen.

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