In Kolumbien im Jahr 2015 mehr als 300 Bauernsprecher getötet

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Bauern zeigen immer wieder erfolglos die Verletzung ihrer Rechte durch bewaffnete staatliche und parastaatliche Gruppen an
Bauern zeigen immer wieder erfolglos die Verletzung ihrer Rechte durch bewaffnete staatliche und parastaatliche Gruppen an

Bogotá. Laut der landesweiten Organisation Marcha Patriótica sind im Jahr 2015 bereits über 300 Führer von Bauernorganisationen ermordet worden. Weitere 7.000 Bauern seien aufgrund ihrer politischen Aktivitäten in Haft genommen oder verfolgt worden.

Eine der Hauptursachen des Konfliktes auf dem Land ist die ungerechte Verteilung des Landbesitzes: 44 Prozent der Bauern leben unterhalb der Armutsgrenze. 46 Prozent der Landfläche befindet sich im Eigentum von nur 0,4 Prozent der Großgrundbesitzer. Dahingegen sind 70 Prozent der Bauern lediglich Eigentümer von fünf Prozent des Landes. Auch das Statistische Bundesamt Kolumbiens (DANE) veröffentlicht beunruhigende Zahlen: Lediglich 6,3 Prozent des Landes in Kolumbien werden landwirtschaftlich zum Anbau von Lebensmitteln genutzt, wohin gegen 93 Prozent andersweitige Nutzflächen sind. Marcha Patriótica erwähnt in diesem Zusammenhang vor allem Extraktivismus und Großbetriebe für Zuckerrohr als Biotreibstoff und die Tierzucht.

Der Menschenrechtsaktivist Fabián Laverde benennt in einem Interview mit dem lateinamerikanischen Fernsehsender Telesur den Paramilitarismus als hauptverantwortlich für die Morde an Bauern. Dies würde von der Regierung allerdings ignoriert, so Laverde. Die Strafanzeigen wegen Drohungen der Paramilitärs gegen Bauern und soziale Bewegungen würden wissentlich nicht verfolgt oder ernst genommen.

Häufig stehen Morde, Verschwindenlassen und Verfolgung von Bauern und Indigenen im Kontext der multinationalen Konzerne und des Drogenhandels. Viele der betroffenen Aktivisten haben die kleinbäuerliche Kultur und Wirtschaft gegen multinationale Konzerne, gegen Bergbau und Ausbeutung von Bodenschätzen verteidigt.

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