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Anhörung zu Folgen des Kohleabbaus durch Drummond in Kolumbien

Blick auf den Tagebau La Loma (Der Hügel) in El Cesar

Blick auf den Tagebau La Loma (Der Hügel) in El Cesar

Valledupar, Kolumbien. Im kolumbianischen Bezirk El Cesar sind Nichtregierungsorganisationen (NGO) und Bevölkerung zusammen gekommen, um im Rahmen einer öffentlichen Anhörung die Folgen des Kohleabbaus in der Region zu diskutieren. Unter anderem bekamen die Anwohner Gelegenheit, zu den Aktivitäten des Konzerns Drummond Stellung zu beziehen. Die Kohleförderung des Unternehmens verursachte in der Vergangenheit gravierende Umweltprobleme, dennoch hat Drummond einen Antrag auf Lizenzerneuerung für den Tagebau La Loma gestellt, mit der Absicht weitere Schächte in Betrieb zu nehmen.

Während der Anhörung kamen die problematischen Folgen der Rohstoffförderung in der Region zur Sprache, so der Mangel an Wasser, Ackerland und Lebensmitteln, die Luftverschmutzung und daraus resultierende Krankheiten sowie Umsiedlungen. Aber auch die unzureichenden Analysen des Unternehmens zur Folgeabschätzung für Mensch und Umwelt und die mangelhafte Einbeziehung der Bevölkerung in die Entscheidungsprozesse wurden diskutiert. Zudem äußerte man sich besorgt über den Antrag Drummonds auf eine Lizenzerneuerung. Wird diese erteilt, beabsichtigt das Unternehmen die Umleitung des Flusses Caño San Antonio und den Ausbau der Straßen-Infrastruktur.

"Mit der neuen Lizenz will man die Produktion des aktuellen Tagebaus verdoppeln. Der Antrag wurde im Stillen zwischen dem Unternehmen und der kolumbianischen Umweltbehörde abgewickelt, ohne eine Bürgerbeteiligung anzuregen", kritisierte Johana Rocha von der Menschenrechtsorganisation Tierra Digna das Vorgehen des Konzerns. Daraufhin sei diese als juristische Beraterinstanz der Gemeinschaften mit der Behörde in Kontakt getreten, um eine Anhörung zu erwirken, so Rocha weiter. Diese diene dazu, die betroffenen Gemeinden über die Absichten des Unternehmens und deren Folgen zu informieren und einen Austausch zu ermöglichen.

Auch Drummond-Befürworter meldeten sich bei der Anhörung zu Wort. Für sie sei das Unternehmen ein wichtiger Arbeitgeber, welcher der Region "Fortschritt und Wohlstand" bringen könne.

Das angespannte Klima zwischen Befürwortern und Kritikern der Förderprojekte sorgte unterdessen für Einschüchterungsversuche und Drohungen gegen Tierra Digna. Auch waren in der Nacht vom 20. Januar unbekannte Personen in ihre Büroräumlichkeiten eingedrungen und hatten gezielt den Computer mit wichtigen Informationen entwendet, andere Computer blieben unberührt. Die Organisation hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach über Beschattung, Abhören der Kommunikation sowie Diebstähle berichtet. Tierra Digna fordert von den Behörden und dem Staat Kolumbien, Sicherheitsgarantien für die Arbeit zur Verteidigung der Menschenrechte zu gewähren.

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