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12.02.2016 Mexiko / Menschenrechte

Überreste von Verschwundenen in Mexiko gefunden

"Kinder, wir warten auf eure Heimkehr": Protestplakat aus Veracruz

"Kinder, wir warten auf eure Heimkehr": Protestplakat aus Veracruz

Quelle: facebook.com

Veracruz, Mexiko. Nach Behördenangaben sind im mexikanischen Bundesstaat Veracruz die Überreste von mehreren Verschwundenen gefunden worden. Es handelt sich um zwei von fünf Personen, die seit dem 11. Januar verschwunden sind. Die Leichen wurden auf dem Gelände der Ranch "El Limón" in der Gemeinde Tlalixcoyan, Veracruz identifiziert. Es soll sich um Bernardo Benítez Arroniz (25)  und Luis Alfredo González Díaz (25) handeln.

Beide waren am Tag ihres Veschwindens zusammen mit José Benitez de La O. (24), Mario Arturo Orozco Sánches (27) und Susana Tapía Garibo (16) auf der Rückfahrt aus dem Urlaub gewesen. Sie wurden von lokalen Polizisten bei einer Polizeikontrolle in der Gemeinde Tierra Blanca, Veracruz, festgenommen. Seit ihrer Festnahme war die Gruppe spurlos verschwunden. Am 09. Februar hat das mexikanische Innenministerium (SEGOB) über den Stand der Ermittlungen informiert. demnach wurden auf "El Limón" Überreste und Blutspuren gefunden, die zu den zwei jungen Männer gehören. Bereits zuvor hatten die Medien die Namen der identifizierten Personen bekanntgegeben.

Laut dem Vater von Benitez Arroniz ist die Identifizierung seines Sohnes nur an Hand eines drei Zentimeter langen Restes des Schienbeines vorgenommen worden. Der Rest der Leiche soll vollkommen verbrannt sein. Die Identifizierung von Luis Alfredo González Díaz wurde mittels der Blutspuren auf den gefundenen Kleidungsstücken durchgeführt. 

Auf Grund dessen haben die Eltern die Unabhängigen Gerichtsmedizinern aus Argentinien (EAAF) um Hilfe gebeten. Die EAAF arbeitet auch mit den Eltern der seit September 2014 verschwundenen 43 Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa zusammen. Die Kooperation zwischen den Experten und den Eltern hängt von der Kapazität der Forensiker ab. Die Eltern hielten eine Mahnwache vor der Staatsanwaltschaft von Tierra Blanca, wo sie die Anzeige gestellt hatten. Im Laufe der Ermittlungen wurden sieben Polizisten sowie der Beauftragte der Behörde für öffentliche Sicherheit in Tierra Blanca, Marcos Conde Hernández, festgenommen. Hernández ist laut nationalen Menschenrechtsorganisationen in weitere Fällen von Verschwindenlassen und willkürlichen Festnahmen in der Region verwickelt.

Der Fall, den zuerst die Generalstaatsanwaltschaft (PGR) angenommen hat, wurde am 3. Februar an die lokale Staatsanwaltschaft zurückverwiesen. Einer der Eltern sagte bei einem Radiointerview, die PGR habe ihnen gesagt, "dass sie in dem Fall ermitteln würde, bis er geklärt sei. Nun fühle ich mich alleingelassen. Wir wissen nicht mehr was wir tun können, die PGR hat uns im Stich gelassen." Die Eltern der fünf Verschwundenen sind in die Hauptstadt Mexiko-Stadt gefahren, wo sie auf ein Treffen mit dem Innenminister Osorio Chong gehofft hatten. Sie wollten, dass die PGR den Fall wiederaufnimmt. Alle ihre Bemühungen blieben erfolglos.

Veracruz ist einer der gefährlichsten Bundesstaaten Mexikos. Unter der aktuellen Regierung von Javier Duarte sind nicht nur Zivilsten sondern auch Journalisten zum Opfer von Verstrickungen zwischen lokaler Regierung und organisierter Kriminalität geworden.

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