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Iran und Brasilien handeln ohne US-Dollar

Teheran/Brasília. Der Iran wird in Zukunft seine Einkäufe in Brasilien in Euro bezahlen. Nach Angaben des brasilianischen Handelsminister Armando Monteiro hat diese Maßnahme zum Ziel, den Handel mit dem Iran nach dem Inkrafttreten des Atomabkommens und der Aufhebung der Sanktionen zu reaktivieren. Dabei wird Brasilien akzeptieren, dass die Zahlungen für Flugzeuge, Autos und Maschinen in Euro und anderen Währungen erfolgen.

"Die ganze Welt ist zurzeit hinter dem Iran her, dessen Handelspotential sehr groß ist. (…) Wir werden Formen zur Konkretisierung der Zahlungen bezüglich Zahlungsart und Währung finden", betonte Monteiro. Er verwies darauf, dass Brasilien den Handelsaustausch mit dem Iran bis zum Jahr 2019 auf fünf Milliarden Dollar verdreifachen wolle. In diesem Zusammenhang erwähnte Monteiro auch die Möglichkeit, dass Präsidentin Dilma Rousseff den Iran noch in diesem Jahr besuchen könnte, um weitere Vereinbarungen zur Erhöhung der Exporte des südamerikanischen Landes mit der Regierung in Teheran zu treffen.

Nach dem Inkrafttreten eines Nuklearabkommens im Januar, das eine Aufhebung der strengsten Sanktionen gegen das Land ermöglichte, war der Iran darum bemüht, Schulden zu begleichen und Erdöl gegen Euro zu verkaufen, um seine Abhängigkeit vom Dollar zu reduzieren.

Am 12. Februar hatte Brasilien alle im Rahmen der Resolutionen des UN-Sicherheitsrates wegen dessen Nuklearprogramm gegen den Iran verhängten Sanktionen aufgehoben. Dadurch erhoffte man sich, in den nächsten fünf Jahren den Handel mit dem Iran zu verdreifachen.

Das südamerikanische Land hatte sich seinerzeit der Annahme von Sanktionen gegen den Iran widersetzt, sich aber nach deren Verabschiedung durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aus Gründen des "Respekts" den Entscheidungen dieses internationalen Gremiums gebeugt.

Im Jahre 2015 erreichte der bilaterale Handel zwischen Brasilien und dem Iran offiziellen Zahlen zufolge einen Umfang von 1,67 Milliarden Dollar, das sind 30 Prozent weniger als 2011, als die Sanktionen verschärft wurden und der brasilianische Exporthandel im Wesentlichen auf dem Sektor der Agrarprodukte stattfand.

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