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18.03.2016 Mexiko / Soziale Bewegungen

Indigene und Bauern in Mexiko kündigen Mahnwache vor Innenministerium an

FICAM beim Treffen von Indigenen und Bauern in Mexiko-Stadt

FICAM beim Treffen von Indigenen und Bauern in Mexiko-Stadt

Quelle: ficam.org.mx

Mexiko-Stadt. Im Mexiko will das Bündnis von Indigenen und Bauern (FICAM) ab dem 28. März Protestaktionen in mehreren Bundesländern durchführen, um unter anderem gegen Großprojekte zu demonstrieren. Geplant sind unter anderem eine Mahnwache vor dem Innenministerium (SEGOB) in Mexiko-Stadt. "Es gibt viele Konflikte, die aufgrund von Bergbau-, Wasserwerk- und anderen Megaprojekten in den indigenen Gemeinden entstanden sind. Die Regierung zeigt sich nicht zum Dialog bereit, sodass die Konflikte nicht gelöst werden", so Mitglieder des Bündnisses bei einer Pressekonferenz am 14.März in Mexiko-Stadt. 

Weitere Forderungen des FICAM sind die Freilassung von 14 politischen Gefangenen, die bei der Verteidigung ihres Landes in den indigenen Gemeinden festgenommen wurden, sowie die Aussetzung der gerichtlichen Verfahren gegen weitere Aktivisten und die gerichtliche Verfolgung der Morddrohungen.

Zudem will FICAM Lösungen für die Konflikte um die 150 Megaprojekte in den Bundesländern Campeche, Chiapas, Guerrero, Hidalgo, Oaxaca Puebla Querétaro Tabasco, Tlaxcala, San Luis Potosí und Veracruz. Die Organisation prangert eine strakte Präsenz des Militärs in den Konfliktregionen an: "Die Soldaten sind vor Ort, um die indigene Bevölkerung  zu unterdrücken. Sie schützen die privatwirtschaftlichen Projekte." FICAM berichtet von einer steigenden Kriminalisierung ihrer Proteste durch die mexikanische Regierung und transnationale Unternehmen. "Es wird uns vorgeworfen, gegen die Entwicklung der Gemeinden zu sein," sagt ein Sprecher. 

Dazu kommt, dass die mexikanische Regierung sich weigert, das internationale Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zu respektieren, das die Grundrechte der indigenen Völker garantiert. Durch die Mahnwache vor SEGOB will FICAM den Druck auf die Regierung erhöhen. "Wir haben uns bereits mit dem Innenminister Osorio Chong getroffen. Er hat unsere Forderungen angehört aber nicht darauf reagiert", heißt es dazu vom Bündnis.

FICAM vereint acht unabhängige Bauernorganisationen aus ganz Mexiko. Diese kämpfen gegen die Forcierung genmanipulierter Landwirtschaft und gegen Megaprojekte, die von der Regierung vorangetrieben werden und auf Grund derer die Bauern und indigene Gemeinden von ihren Ländereien vertrieben werden.

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