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22.03.2016 Peru / Soziales

Bergbaukonflikt in Peru soll durch Vermittler gelöst werden

Delegation aus Cotabambas in Anhörung der parlamentarischen Kommission Indigene Völker und Umwelt

Delegation aus Cotabambas in Anhörung der parlamentarischen Kommission Indigene Völker und Umwelt

Quelle: Ulises Rozas Campos

Lima. In Peru ist eine Delegation von Betroffenen eines Bergbauprojektes vor dem Parlament angehört worden, um einen schwelenden Konflikt mit dem verantwortlichen Unternehmen auszuräumen. Die Aktivisten aus dem Bezirk Cotambas, Provinz Apurímac, wurden von der parlamentarischen Kommission für Indigene Völker und Umwelt empfangen, um ihre Position zum Konflikt um den Kupfererzabbau Las Bambas darzustellen.

Die Delegation war schon am 8. März nach Lima gereist, um mutmaßliche Umweltvergehen und Manipulationen des chinesischen Bergbauunternehmens MMG Ltd. und des Kongressabgeordneten Antonio Medina anzuzeigen. "Wir können nicht mehr auf anderen Wegen kommunizieren. Wir wollen die Annullierung der Bergbaulizenz. Wir sind die Landbesitzer, wir waren es schon, bevor Peru als Land existierte. Wir wollen mit dem Besitzer des Bergbauunternehmens reden", sagte eine Indigene in einem Interview bei einem Protest vor der chinesischen Botschaft in Lima am Donnerstag.

An der Anhörung in der parlamentarischen Kommission erklärte die Präsidentin der indigenen Gemeinden aus Cotambas, dass sie sich an die Kommission mit der Bitte um eine Mediation gewandt habe. Die an das Bergbauprojekt grenzenden Gemeinden seien nicht einverstanden mit dem Projekt und würden von den Sicherheitskräften des Bergbauunternehmens angegriffen und bedroht.

Bei der Anhörung entschied die Präsidentin der Kommission, das Bergbauministerium und einen Mediator einzuschalten, um zeitnah eine Delegation nach Cotabambas zu entsenden. "Es darf nicht sein, dass sich soziale Konflikte weiter verstärken", sagte Leyla Chihuán.

Das Bergbauprojekt wurde im Jahr 2004 bewilligt, die Schürfrechte an den schweizerischen Konzern Xstrata vergeben. Las Bambas ist das größte Kupfererzvorkommen in Lateinamerika. Nach der Fusion von Glencore mit Xstrata musste der Großkonzern 2014 als Auflage der Wettbewerbsbehörde einen Teil seiner Bergbauprojekte verkaufen. Der chinesische Konzern MMG Ltd., der 2015 mit dem Erzabbau begann, veränderte die Abbaubedingungen, ohne die Lokalbevölkerung zu informieren. Im September 2015 eskalierte der Konflikt. Bei den Auseinandersetzungen der Bewohner mit der Polizei verloren fünf Personen ihr Leben, 20 wurden verletzt. Der Ausnahmezustand wurde ausgerufen. Der Konflikt blieb weiter bestehen, weil nie Verhandlungen aufgenommen wurden.

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