Lage in Konfliktregion Bajo Aguán in Honduras weiter kritisch

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Mitglieder der internationalen Beobachtermission zur Menschenrechtslage in Honduras bei einer Zusammenkunft mit den Angehörigen der ermordeten Aktivistin Berta Cáceres
Mitglieder der internationalen Beobachtermission zur Menschenrechtslage in Honduras bei einer Zusammenkunft mit den Angehörigen der ermordeten Aktivistin Berta Cáceres

Tegucigalpa. Eine internationale Beobachtermission zur Menschenrechtslage in Honduras, die vom 7. bis 12 Mai das mittelamerikanische Land besuchte, hat ihre wichtigsten Erkenntnisse und Empfehlungen auf dem Forum für Menschenrechte vorgestellt. Zudem wurde auf dem Treffen in Tegucigalpa über die Bildung eines Arbeitskreises zur Risikovermeidung von Menschenrechtsverteidigern debattiert.

Die Mission, an der Vertreter von Organisationen aus Lateinamerika, Europa und den USA teilnahmen, befasste sich während ihres Aufenthalts hauptsächlich mit der Menschenrechtssituation in Bajo Aguán. Aufgrund des Landkonfliktes zwischen Kleinbauern und Großgrundbesitzern kam es in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Morden und Menschenrechtsverletzungen in der nordhonduranischen Region.

Den Beobachtungen der Mission zufolge halten die Bedrohungen, Attacken und Mordversuche gegen kleinbäuerliche Aktivisten und Menschenrechtsverteidiger weiter an. Zudem wird mit der Vergabe von Bergbaulizenzen in der Region ein weiterer Anstieg der sozialen Konflikte und der Gewalt befürchtet.

Laut Esly Banegas von der Koordination der Basisorganisationen im Aguán-Tal (Copa) werden momentan gegen mehr als 300 Kleinbauern Gerichtsprozesse geführt. "Sie kriminalisieren und ermorden uns. Wenn wir uns nicht zusammenschließen, werden sie uns dezimieren, bis wir verschwinden", erklärte die Aktivistin. An dieser Verfolgung seien private Sicherheitskräfte und Todesschwadronen beteiligt, geschützt vom honduranischen Staat, der die Region militarisiert habe. Die Menschenrechtsverletzungen mündeten in totaler und absoluter Straflosigkeit, erklärte die Mission in einer Pressemitteilung.

Die internationalen Beobachter beschäftigten sich auch mit dem Mord an der indigenen Aktivistin Berta Cáceres und wies auf die Verantwortung des honduranischen Staat hin. Neben der Beteiligung eines aktiven Militärangehörigen an ihrer Ermordung, sei der honduranische Staat seiner Verpflichtung, das Leben und die körperliche Unversehrtheit von Cáceres zu schützen, nicht nachgekommen.

Zahlreiche nationale und internationale Organisationen haben ihre tiefe Besorgnis über die eskalierenden Menschenrechtsverletzungen und die Gewalt gegen Menschenrechtsverteidiger, Aktivisten und Medienschaffende in dem mittelamerikanischen Land zum Ausdruck gebraucht. In den vergangenen Monaten richteten sich diese Attacken direkt gegen führende und international bekannte Aktivisten - wie die Ermordung von Berta Cáceres und der versuchte Mord an dem Journalisten Felix Molina zeigen.

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