Regierungen von Venezuela und Kuba ehren Muhammad Ali

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Muhammad Ali bei seinem Besuch in Kuba 1996. Hinter Fidel Castro steht der kubanische Amateurboxer, dreifache Olympiasieger und Weltmeister, Teofilo Stevenson
Muhammad Ali bei seinem Besuch in Kuba 1996. Hinter Fidel Castro steht der kubanische Amateurboxer, dreifache Olympiasieger und Weltmeister, Teofilo Stevenson

Caracas/Havanna. Die venezolanische Regierung hat in einem Kommuniqué des dreifachen US-amerikanischen Boxweltmeisters und politischen Aktivisten Muhammad Ali gedacht. Er sei ein großer Sportler gewesen und "Symbol der Kämpfe für Bürgerrechte, Frieden und religiöse Vielfalt auf der Welt". Auch Kubas Präsident Raúl Castro ehrte Ali, der am 3. Juni im Alter von 74 Jahren starb.

Muhammad Ali werde nicht nicht nur als "der größte und eleganteste Boxer aller Zeiten" in Erinnerung bleiben, sondern "als Mann, der seit seiner Jugend gegen das in seinem Land herrschende System der Rassendiskriminierung rebelliert" und seine sportlichen Erfolge dazu genutzt habe, vor der ganzen Welt "die Ungleichheit und die Verletzung der Rechte der Afroamerikaner anzuprangern", heißt es in der Erklärung des venezolanischen Außenministeriums. Seinen berühmten Satz gegenüber einer Jury, die ihn zwingen wollte, "am Völkermord gegen das vietnamesische Volk teilzunehmen", werde die Welt im Gedächtnis bewahren: "Ich werde nicht tausende Kilometer fahren, um dabei zu helfen, ein armes Land umzubringen, nur damit die Herrschaft der Weißen über die schwarzen Sklaven weitergeht."

Ali wurde am 17. Januar 1942 in Kentucky als Cassius Marcellus Clay Jr. geboren und war seit den 1960er Jahren in der afroamerikanischen Befreiungsbewegung und im Widerstand gegen den Vietnamkrieg aktiv. Nach seinem Sieg im Weltmeisterkampf 1964 gegen Sonny Liston informierte er bei einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit, dass er seinen Nachnamen ablege, da dieser von Sklavenhaltern aufgezwungen worden sei. Sein Name sei nun Cassius X. Kurz darauf gab er bekannt, dass er nun dem Islam angehört und fortan den Namen Muhammad Ali trägt. Im Jahr 1966, während des Vietnamkrieges, verweigerte er den Wehrdienst, und wurde zu fünf Jahren Gefängnis und 10.000 Dollar Geldstrafe verurteilt, der Reisepass wurde ihm abgenommen. Die Boxverbände entzogen ihm für drei Jahre die Lizenz und erkannten seinen Weltmeistertitel ab. Ali legte Berufung gegen das Urteil ein und bekam 1971 vom Obersten Gerichtshof Recht zugesprochen. Am 30.Oktober 1973 gewann er in Kinshasa in Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, gegen George Foreman und wurde erneut Boxweltmeister im Schwergewicht. 1981 trat er zu seinem letzten Wettkampf an.

Kubas Präsident Raúl Castro äußerte sich zum Tod Alis während seiner Ansprache beim 7. Karibik-Gipfel in Havanna: "Wir übermitteln der Familie des großen Boxchampions Muhammad Ali unsere Anteilnahme und Solidarität, dem Volk der USA, besonders der afroamerikanischen Gemeinde, deren Rechte er immer verteidigt hat, und der gesamten internationalen Sportgemeinde. Wir werden nie seinen Großmut und seine Ethik vergessen, seine Ablehnung des Krieges und seine Verteidigung des Friedens, seinen Respekt und die Freundschaft mit Fidel und mit dem großen kubanischen Boxer, Teofilo Stevenson."

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08.06.2016 Artikel von Eduardo Galeano