Brasilien / Politik

Dilma Rousseff: Lula da Silva stellt sich in Brasilien 2018 zur Wahl

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Dilma Rousseff und Lula da Silva
Dilma Rousseff und Lula da Silva

Brasília. Der ehemalige brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva wird sich bei der Wahl 2018 um die Präsidentschaft des Landes bewerben. Dies sagte die vorläufig suspendierte Präsidentin Dilma Rousseff in einem Interview mit dem französischen Nachrichtenmagazin L´Express. Ihr Parteifreund und Förderer war bereits von 2003 bis 2011 Präsident des südamerikanischen Landes.

"Der Hauptgrund für den Staatsstreich ist, zu verhindern, dass Lula Präsidentschaftskandidat wird", sagte Rousseff mit Blick auf das umstrittene Amtsenthebungsverfahren gegen sie: "Doch heute gehört Lula, trotz aller Versuche sein Image zu zerstören, weiterhin zu den beliebtesten Menschen. Ich kann Ihnen mitteilen, dass er sich bei der nächsten Wahl aufstellen wird."

Auf die Frage, wie sie ihre Absetzung sieht, erklärte Rousseff, dass sie es als zutiefst unrechtmäßig empfindet, wie sie von der Führung des Landes entfernt wurde. Ein Vorwurf an sie lautet, bei den Staatsfinanzen getrickst zu haben, um die Zahlen des Haushaltsdefizits zu schönen. In dem viel beachteten Interview beteuert die suspendierte Präsidentin, bei der Führung der Staatsfinanzen nicht kriminell gehandelt zu haben. Sie habe vier Dekrete für Zusatzkredite unterschrieben, vor allem für die Finanzierung von Krankenhäusern.

Indes wird die brasilianische Übergangsregierung von De-facto-Präsident Michel Temer von einem Skandal nach dem anderen erschüttert. Drei seiner Minister haben bereits wegen dringendem Korruptionsverdacht die politische Bühne verlassen müssen. Dies trägt zu einem möglichen Sinneswandel im Senat bei. Dass die im Mai vorläufig abgesetzte Präsidentin Rousseff mit Entscheidung der Kammer nun endgültig ihren Hut nehmen muss, scheint plötzlich nicht mehr sicher.

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