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30.000 Indigene gegen Wasserkraftwerk Renace in Guatemala

Ein Mitglied der Kampagne am Rand des Kraftwerks

Ein Mitglied der Kampagne am Rand des Kraftwerks

Cobán. Mehr als 29.000 Indigene der Volksgruppe der Kekchí aus dem Departmento Alta Verapaz in Guatemala sind von dem Wasserkraftwerk Renace betroffen, einem 270-Millionen-Dollar-Projekt der guatemaltekischen Gruppe Corporación Multi-Inversiones (CMI) und des spanischen Unternehmens Grupo Cobra (ACS). Eine zweijährige Studie der Nicht-Regierungsorganisation "Allianz für Solidarität" hat schwere Auswirkungen auf die Umwelt, das Leben und die Rechte der am Fluss Cahabón lebenden Gemeinden sowie die Kriminalisierung der Region festgestellt. Nun will die NGO Tausende Unterschriften gegen das Unternehmen ACS, welches von Forentino Pérez angeführt wird, in der Botschaft von Guatemala in Madrid einreichen.

Das Wasserkraftwerk Renace, welches sich über 30 Kilometer entlang des Flusses Cahabón in Alta Verapaz erstreckt, war entgegen der internationalen Gesetzgebung ohne vorherige Information und Konsultation der betroffenen indigenen Gemeinden errichtet worden. Den Vereinten Nationen zufolge müsse der private Sektor die Menschenrechte respektieren und die natürlichen Ressourcen schützen. Dies sei jedoch im Fall von Renace nicht geschehen. ACS entziehe sich zudem jeglicher Verantwortung. Ferner sei der Eingriff in den Gemeinden seitens der beiden Unternehmen vor allem eine kommerzielle Förderung, heißt es auf der Seite der Allianz.

Anwohner der Kekchí-Volksgruppe beklagen, dass der Fluss austrocknet und das verbleibende Wasser verschmutzt sei, so dass es fast keine Fische mehr gebe. Das Unternehmen investiere nicht in die Entwicklung der Region und schüchtere die anliegenden Gemeinden ein. "Wir wollen elektrische Energie für die Zukunft unserer Kinder. Es kommen ausländische Organisationen in unsere Gemeinden, um uns Computer zu spenden, aber wir haben keinen Strom. Seit 2002 fordern wir von dem Nationalen Institut für Elektrifizierung (INDE) Strom, aber sie haben uns bis heute nicht geholfen", berichtet ein Bewohner der Gemeinde.

Angesichts dieser Situation hatte die Allianz für Solidarität im Juni dieses Jahres eine Kampagne durchgeführt, in deren verlauf mehrere tausend Unterschriften gesammelt wurden. Die NGO fordert die Einstellung der Konstruktionsphasen vier und fünf des Kraftwerks Renace, bis eine vollständige Bewertung der sozialen, wirtschaftlichen und Umweltauswirkungen durchgeführt ist. Die indigenen Gemeinden sollten die ersten sein, die von den Unternehmensprojekten in ihrem Territorium, von der Entwicklung und den grundlegenden Dienstleistungen wie die Energieversorgung, profitieren. Ferner müsse das Projekt Renace das Recht auf Wasser, die Beteiligung, Information, Gleichstellung und Nichtdiskriminierung garantieren, heißt es auf der Seite der Organisation.

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