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30.12.2016 Venezuela / Politik / Wirtschaft

Venezuela reduziert ab kommenden Dienstag die Produktion von Erdöl

Zentrale der Opec in Wien

Zentrale der Opec in Wien

Quelle: alex.ch
Lizenz: CC by-sa 2.0

Caracas. Nach Angaben der staatlichen Erdölgesellschaft PdVSA wird Venezuela ab dem 1. Januar 2017 seine tägliche Erdölproduktion um 95.000 Barrel reduzieren. Das südamerikanische Land setzt damit die Ende November durch die Opec und andere Staaten beschlossene Förderquote um, die den seit 2014 eingebrochenen Ölpreis stabilisieren soll. Das Abkommen umfasst außer den Opec-Staaten auch rund ein Duzend Nichtmitglieder, darunter Russland und Mexiko. Vorgesehen ist, die globale Produktion um fast 1,8 Millionen Barrel pro Tag zu senken, dies entspricht etwa zwei Prozent der globalen Produktion.

Zum ersten Mal seit acht Jahren haben sich die OPEC und andere Staaten gemeinsam auf Förderkürzungen geeinigt. Der russische Energieminister Andrei Nowak sprach diesbezüglich von einem "wahrhaft historisches Ereignis". Venezuelas Präsident Nicolás Maduro sagte, das Abkommen "läutet eine Etappe der fairen und realistischen Preise ein, die für die Entwicklung der weltweiten Öl- und Energieindustrie notwenig sind."

In Folge der Einigung stieg der Ölpreis der Sorte Brent auf über als 50 US-Dollar pro Barrel (159 Liter). Der Preis für venezolanisches Öl schloss vergangene Woche mit 45,27 US-Dollar pro Barrel ab, das war der bislang höchste Wert des Jahres. Wie die deutsche Frankfurter Allgemeine Zeitung meldete, gehen Experten jedoch nicht von langfristigen Preissteigerungen aus, da auch im ersten Halbjahr 2017 trotz der Förderkürzungen noch zu viel Erdöl auf dem Markt sei. Auch bleibe abzuwarten, ob sich alle Staaten an die Vereinbarung halten.

Venezuela ist eines der Länder, das am stärksten vom Ölpreisverfall betroffen ist und betreibt seit dem vergangenem Jahr eine intensive internationale Energiediplomatie, um die Märkte zu stabilisieren. Präsident Maduro sagte am Dienstag, er werde der OPEC einen neuen Mechanismus vorschlagen, um den Ölpreis für die nächsten zehn Jahre zu stabilisieren. Eulogio del Pino, Venezuelas Erdölminister, geht davon aus, dass sich "in den nächsten 100 Tagen das venezolanische Barrel im Bereich von 45 bis 55 US-Dollar einpendeln wird." Staatspräsident Nicolás Maduro hatte im Oktober bekanntgegeben, dass der Haushalt für das Jahr 2017 auf der konservativen Annahme von 30 US-Dollar pro Barrel Erdöl basiert.

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