Freihandelsabkommen zwischen Mittelamerika und Südkorea angekündigt

Fünf Länder aus Zentralamerika vereinbaren Freihandel mit Südkorea. Asiatisches Land zeigt auch Interesse an Kooperation mit Mercosur

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Zentralamerika und Südkorea vereinbaren Freihandelsabkommen
Zentralamerika und Südkorea vereinbaren Freihandelsabkommen

Seoul. Das südkoreanische Ministerium für Handel, Industrie und Energie hat in Seoul bekannt gegeben, dass Südkorea den Grundstein für einzelne Freihandelsabkommen mit fünf Ländern Zentralamerikas gelegt hat. Durch die Verträge mit Nicaragua, El Salvador, Honduras, Costa Rica und Panama erhofft sich die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens, den Weg für einen florierenden Handel mit der Region am "anderen Ende Welt" bereiten zu können.

Neben Handelsabkommen mit den größten Wirtschaftsblöcken der Welt, unter anderem den USA und der Europäischen Union, bestehen bereits Freihandelsvereinbarungen zwischen Südkorea und drei Ländern Südamerikas: Peru, Chile und Kolumbien. Die neuen Abkommen werden die ersten dieser Art zwischen Mittelamerika und einem asiatischem Land sind.

Im Rahmen des Freihandels haben die zentralamerikanischen Länder und Südkorea einen Wegfall der Steuern für 95 Prozent aller produzierten Güter beschlossen. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap betonte, soll der Prozess der Steuereliminierung in einem Zeitraum von zehn Jahren, beginnend ab dem Zeitpunkt der Unterzeichnung des Abkommens, komplett vollzogen sein.

Eine offizielle Unterzeichnung der Vereinbarungen wird noch für die erste Jahreshälfte 2017 angestrebt. Bevor das Abkommen zwischen Südkorea und den Staaten Zentralamerikas endgültig ratifiziert werden kann, muss es den Parlamenten aller teilnehmenden Staaten zur Prüfung vorgelegt und von ihnen angenommen werden.

Besonders Nicaragua erwartet große Entwicklungschancen durch die Vereinbarungen. Der südkoreanische Markt ist ein relevanter Abnehmer agrarwirtschaftlicher Produkte. Kaffee, Rohzucker und auch Rum könnten dann unmittelbar und steuerfrei in die Region geliefert werden. Auch in den Bereichen Technologie und Telekommunikation böten sich Möglichkeiten. Nicaragua könnte laut Medienberichten mit importierter Breitbandtechnologie und dem Zustrom von Investitionen aus Südkorea zu einem Dienstleistungszentrum für die Industrienationen werden. Des Weiteren erhoffen sich beide Länder durch das Abkommen bereits bestehende Handelsbeziehungen weiter ausbauen zu können.

Neben den Verhandlungen mit den Ländern Mittelamerikas plant Südkorea ebenfalls Dialoge über Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Handelsblock "Gemeinsamer Markt des Südens" (Mercosur). Gespräche mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay sind noch für die erste Hälfte dieses vorgesehen.

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