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15.04.2017 Venezuela / Politik

Trotz Krise wachsende Zustimmung für Linke in Venezuela

"Chavistas" bei einer Gedenkveranstaltung in Venezuela

"Chavistas" bei einer Gedenkveranstaltung zur Niederschlagung des Putschversuchs in Venezuela vor 15 Jahren

Quelle: Cuidadccs

Caracas. Trotz der anhaltenden wirtschaftlichen Probleme des Landes und der politischen Spannungen zwischen Regierung und Opposition ist die Unterstützung für die Vereinte Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV) und die mit ihr verbündete Linkskoalition Großer Patriotischer Pol (GPP) laut einer aktuellen Meinungsumfrage von 27 Prozent im Januar auf derzeit 35 Prozent angestiegen.

Die vom unabhängigen Meinungsforschungsinstitut Hinterlaces durchgeführte Erhebung zeigt auf, dass die regierenden chavistischen Parteien, die auf einer gemeinsamen Liste antreten, trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise noch immer die populärste Wahloption sind.

Die Oppositionsparteien liegen bei 29 Prozent. Dabei kommen die rechts-sozialdemokratische Partei Acción Democrática (AD) und die rechtspopulistische Voluntad Popular (VP) des inhaftierten Oppositionspolitikers Leopoldo López auf sieben Prozent, die Partei des zweifachen Präsidentschaftskandidaten Henrique Capriles Radonski, Primero Justicia, auf sechs und das Oppositionsbündnis Tisch der Demokratischen Einheit als Ganzes ebenfalls auf sechs Prozent.

Allerdings sympathisieren 36 Prozent der befragten Venezolaner mit keiner der landesweiten Parteien.

Aus den Ergebnisse der Umfrage schließt Hinterlaces, dass "die PSUV weiterhin die wichtigste politische, soziale und kulturelle Kraft im Land ist", während Acción Democrática und Voluntad Popular es geschafft hätten, "sich als die stärksten Oppositionsparteien zu konsolidieren und Primero Justicia zu verdrängen". Indes ist die Unterstützung für VP von 8,6 Prozent im Januar zurückgegangen, die für AD um ein Prozent gestiegen.

Das Meinungsforschungsinstitut sieht als Ursache für den Aufstieg dieser beider Parteien innerhalb des MUD "den Fall" des PJ-Führers Capriles Radonski aufgrund "seiner wiederholten Rückschläge als Fürsprecher gescheiterter Strategien der Opposition seit 2013 und die wachsende Unbeliebtheit seiner Regierung als Gouverneur des Bundesstaates Miranda".

1.580 Menschen wurden bei der Untersuchung befragt, die Fehlermarge liegt bei 2,5 Prozent.

Diese Ergebnisse kommen kurz nach einer weiteren Umfrage, die vom unabhängigen, mitte-rechts angesiedelten Institut Datanalysis im März durchgeführt wurde. Laut einem Bericht von Torino Capital beträgt die Popularitätsrate von Präsident Nicolás Maduro demnach 24,1 Prozent und ist sechs Prozent höher als im November 2016. Damit liegt Maduro vor anderen regionalen Staatschefs wie Chiles Präsidentin Michelle Bachelet (23 Prozent), Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto (21 Prozent), und Brasiliens De-facto-Präsident Michel Temer (zehn Prozent).

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