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19.04.2017 Bolivien / USA / Militär / Politik

Evo Morales kritisiert "kriegerische Politik" der USA

Boliviens Präsident Evo Morales bei der Pressekonferenz am Montag in La Paz

Boliviens Präsident Evo Morales bei der Pressekonferenz am Montag in La Paz

La Paz. Boliviens Präsident Evo Morales hat die jüngsten Angriffe der US-Streitkräfte in Syrien und Afghanistan verurteilt. Zudem warnte er, dass jedwede internationale Auseinandersetzung unter Einsatz von Atomwaffen "fatal für die gesamte Menschheit" wäre.

"Ich verstehe nicht, was der neue Präsident der USA will. Einen neuen Weltkrieg? Atomwaffeneinsatz?", fragte Morales bei einer Pressekonferenz am Montag.

Hinsichtlich der Bombardierung einer syrischen Luftwaffenbasis durch die USA wies der Staatschef darauf hin, dass derartige Angriffe tatsächlich auf die Kontrolle "strategischer Punkte sowie der Erdöl- und Gasvorkommen" abzielten. Morales kritisierte auch den Bombenabwurf auf mutmaßliche Verstecke des sogenannten Islamischen Staates in Afghanistan sowie die Entsendung einer US-Kriegsflotte nach Korea. "Wenn irgendein Präsident glaubt, dass er mit dieser Art von Interventionen, Kriegen und militärischen Aufmärschen die Welt kontrollieren wird, täuscht er sich. Wenn es imperialistische Aggression und Intervention zur Kontrolle der natürlichen Ressourcen der Völker gibt, dann gibt es Rebellion. Es gibt keine Eigentümer der Welt", betonte Morales.

Der bolivianische Präsident kritisierte weiter, das Weiße Haus habe Damaskus unter dem Vorwand angegriffen, die Regierung von Präsident Baschar al-Assad habe Chemiewaffen eingesetzt. Ein ähnliches Argument sei auch benutzt worden, um den Irak zu überfallen: "Was sagen uns die USA, wo sind die Massenvernichtungswaffen im Irak?"

Morales wies zugleich auf das "Chaos" hin, in dem Länder wie Libyen und Irak sich seit der Intervention durch die USA und die Nato befinden.

An die Bevölkerung Boliviens gerichtet bat er um "gründliches Nachdenken und Diskussion" über diese Themen, die auch bei einem Zusammentreffen von Regierung und Nationaler Koalition für Veränderung (Conalcam) behandelt werden sollten. In der Conalcam sind die größten Indigenen, Arbeiter- und Bauernorganisationen zusammengeschlossen.

Bolivien, das derzeit nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten ist, hatte am 12. April gemeinsam mit Russland gegen eine von den USA, Frankreich und Großbritannien eingebrachte Resolution gestimmt, mit der ein angeblich von der Regierung Assad angeordneter Chemiewaffenangriff verurteilt werden sollte. Der bolivianische UN-Botschafter, Sacha Llorenti, forderte eine unabhängige Untersuchung dieses Angriffs und rief die Konfliktparteien auf, jede weitere Eskalation zu vermeiden.

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