Paramilitärs bedrohen Lehrer eines Gymnasiums in Kolumbien

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Lehrer des Gymnasiums Benjamin Herrera erhielten Drohungen von Paramilitärs, die sie dazu auffordern, die Stadt zu verlassen
Lehrer des Gymnasiums Benjamin Herrera erhielten Drohungen von Paramilitärs, die sie dazu auffordern, die Stadt zu verlassen

Bogotá.24 Lehrer des Gymnasiums Benjamin Herrera in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá haben vergangene Woche Drohungen durch die rechtsextreme paramilitärische Gruppe Águilas Negras erhalten. Sie bezeichneten die Lehrer in einer Schmähschrift als "militärische Objekte", die der Rebellenorganisation "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (Farc) nahe stünden und die öffentlichen Schulen infiltriert hätten. Die Paramilitärs forderten sie dazu auf, die Stadt zu verlassen, andernfalls müssten sie mit Konsequenzen rechnen.

Das lokale Bildungssekretariat präsentiert nun die Versetzung der betroffenen Lehrer der Sozialwissenschaften und Technologien als Lösungsvorschlag. Dies sei jedoch keine endgültige Lösung, beteuerten die Lehrer und sprachen sich gegen diesen Vorschlag aus, mit dem sie den Drohungen der Paramilitärs nachkommen würden. Sie äußerten auch ihr Unverständnis über die von Àguilas Negras hergestellte Verbindung der Lehrer zum Friedensprozess und zur Farc, da sie diesen keineswegs nahe stünden noch in den Friedensprozess involviert seien. Indes verurteilte Bogotás Bürgermeister Enrique Peñaloso die Drohungen und kündigte an, Ermittlungen aufzunehmen. Zugleich forderte er die Lehrer dazu auf, offiziell Anzeige zu erstatten und so gemeinsam juristische Schritte in die Wege zu leiten.

Die örtliche Lehrervereinigung bezeichnete die Drohungen als Einschüchterungen, die soziale Aktivisten, Gewerkschafter, Politiker, Menschenrechtsaktivisten und all jene zum Schweigen bringen sollen, die "sich organisieren und Lösungsalternativen zu den Problemen, die uns quälen, erarbeiten".

Derartige Einschüchterungsversuche durch Paramilitärs sind kein Einzelfall. Ungeachtet des abgeschlossenen Friedensabkommens der kolumbianischen Regierung mit der Farc und den aufgenommen Verhandlungen mit der zweitgrößten Guerilla "Nationale Befreiungsarmee" (ELN), sehen sich soziale Bewegungen und Oppositionelle weiterhin mit massiven Bedrohungen und Menschenrechtsverletzungen konfrontiert. Allein im vergangenen Jahr wurden mindestens 50 Aktivisten ermordet. Unterdessen weigert sich die Regierung des  Friedensnobelpreisträgers Juan Manuel Santos weiter, die Existenz von Paramilitärs wie die Águilas Negras anzuerkennen.  

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