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Debatte zur Legalisierung der Abtreibung im Parlament in El Salvador

Frauen überall in Lateinamerika fordern "Sichere Abtreibung"

Frauen überall in Lateinamerika fordern "Sichere Abtreibung"

San Salvador. Das Parlament von El Salvador debattiert derzeit die Legalisierung von Abtreibungen und könnte mit einem neuen Gesetz die Kriminalisierung der betroffenen Frauen beenden und damit das Leben und die Gesundheit tausender Frauen schützen.

Die internationale Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) meldete angesichts der Debatte: "Das absolute Abtreibungsverbot ist – ganz einfach – eine Form der Folter, die das Leben von Millionen von Frauen und Mädchen täglich aufs Spiel setzt". Abtreibung ist in El Salvador seit 1998 unter allen Umständen verboten, selbst wenn die Schwangerschaft das Ergebnis einer Vergewaltigung oder von Inzest ist oder bei Lebensgefahr der Schwangeren. Viele Frauen und Mädchen sind bereits ums Leben gekommen oder wurden aufgrund des Abtreibungsverbotes inhaftiert. Die jetzigen rechtlichen Rahmenbedingungen zwingen sie zu unsicheren Abtreibungen und begünstigen Misstrauen gegenüber Frauen, die Fehlgeburten oder andere gynäkologische Probleme erleiden. Auf "herbeigeführten Schwangerschaftsabbruch" stehen Gefängnisstrafen von bis zu 40 Jahren.

Über 50.000 Menschen aus vielen Ländern, darunter aus Deutschland, Kanada, Spanien, USA, Norwegen und Schweden, folgtem einem Aufruf von AI und schrieben Appellbriefe an die salvadorianischen Behörden, damit sie die Kriminalisierung von Abtreibung beenden und ihre internationalen Menschenrechtsverpflichtungen erfüllen. Zudem gilt als unbestritten, dass das absolute Abtreibungsverbot die Zahl von Abtreibungen nicht reduziert.

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