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App in Argentinien gegen geschlechtsspezifische Gewalt mit großer Nachfrage

Anleitung zur Nutzung der App "Angela te protege"

Anleitung zur Nutzung der App "Angela te protege"

Quelle: angela-app.com

Salta, Jujuy. Eine neue Handy-App, die Menschen in Argentinien vor sexuellen Übergriffen schützen soll, wird immer mehr genutzt. Über 40.000 Mal wurde die von jungen Leuten aus Salta in der Provinz Juyuy entwickelte Anwendung namens "Angela te protege" (Angela beschützt dich) bereits heruntergeladen. Sie bietet mehrere Funktionen, die für einen sichereren (Heim)Weg sorgen sollen.

Die User der App teilen mit, wenn sie sich auf den Weg machen und gegebenenfalls welches Verkehrsmittel sie nutzen. Davon werden ausgewählte Kontakte in Kenntnis gesetzt und können dann die über GPS getrackte Position mitverfolgen. Auf Basis von bereits bestehenden Geo-Daten wird außerdem der sicherste Heimweg angezeigt. Bei der Benutzung von Taxis können deren Registrierungscodes eingegeben werden. Sollte es trotzdem zu einer Gefahrensituation kommen, kann auf dem Handy der Anti-Panik-Button betätigt werden. Dadurch wird ein Hilferuf an die in den Einstellungen festgelegten Kontakte versandt. Nach Angaben der Hersteller wurde dieser allein an den ersten beiden Wochenenden seit Inbetriebnahme bereits 840 Mal betätigt.

Die generierten Daten werden gesammelt und via Geo-Mapping veröffentlicht. "Das machen wir, damit die zuständigen Behörden die notwendigen politischen Maßnahmen ergreifen", erklärte Mitbetreiber Fernando Zerega gegenüber der Nachrichtenagentur Télam.

Unterdessen wurde in der Provinz Jujuy erneut ein Frauenmord publik. Der verbrannte Leichnam einer 22-jährigen Frau ist am vergangenen Samstag in San Pedro aufgefunden worden. Zwei männliche Tatverdächtige aus dem Familienumfeld wurden daraufhin festgenommen. Dies ist bereits der sechste Feminizid in Jujuy in diesem Jahr, über 60 sind es bereits im ganzen Land.

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