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22.08.2017 Kuba / USA / Kultur

Wissenschaftler in USA und Kuba stärken Beziehungen

US-Professor und Nobelpreisträger für Chemie des Jahres 2003, Peter Agre (rechts im Bild) ist korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften von Kuba

US-Professor und Nobelpreisträger für Chemie des Jahres 2003, Peter Agre (rechts im Bild) ist korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften von Kuba

Quelle: Jose M. Correa

Havanna. Eine Delegation der Amerikanischen Vereinigung für den Fortschritt der Wissenschaften (AAAS) aus den USA will während eines Arbeitsbesuchs in Kuba die Beziehungen zwischen beiden Staaten ausbauen. Der bisherige Höhepunkt war die Aufnahme des US-amerikanischen Biologen, Universitätsprofessors und Nobelpreisträgers für Chemie, Peter Agre, als korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften Kubas (ACC). Damit gehören der ACC 29 Akademiker aus 19 Ländern als korrespondierende Mitglieder an. Agre wurde als früherer AAAS-Vorstand und als "glühender Förderer der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten" gewürdigt.

Agre sagte bei dem Festakt: "Die Wissenschaft hat die Macht, Menschen an allen Orten der Welt miteinander zu verbinden. Wissenschaftler zu sein, ist mehr als eine Aufgabe, ein Beruf; es ist eine Lebensform. Alle Wissenschaftler sind Brüder und Schwestern." Er war bereits das sechste Mal in Kuba zu Besuch und nannte dies eine Ehre. Gegenüber staatlichen Tageszeitung Granma hob er hervor, dass die Zusammenarbeit zwischen Kuba und den USA zunehme, weil das Potenzial groß sei. Auch Studenten in den USA seien fasziniert von Kuba und würden gerne dort studieren, arbeiten und Kuba kennenlernen. Jetzt sei die Zeit gekommen, diese Zusammenarbeit in die Realität umzusetzen.

Für den akademischen Austausch wurde Ende 2015 das Consortium for Advanced Studies Abroad (CASA) eingerichtet. Es besteht aus führenden US-Universitäten und unterstreicht die Bedeutung, die dem akademischen Austausch mit Kuba zugeschrieben wird. Den Studierenden aus den USA stehen Seminare zu vielfältigen Themen zur Verfügung, die von kubanischen Dozenten durchgeführt werden.

Schon im Jahr 2014, also vor der offiziellen Annäherungsphase zwischen beiden Staaten, hatten die AAAS und die kubanische ACC eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet und regelmäßig stattfindende Treffen vereinbart. Das inzwischen dritte Treffen findet nun in Havanna statt.

Der Exekutivdirektor der AAAS Rush D. Holt sagte vor der Abreise nach Kuba in einer US-Fachzeitschrift: "Die Kubaner wissen eine Menge über übertragbare Krankheiten, über die Überträger von Zika, Chikungunya und anderen Krankheiten, die für US-Amerikaner relevant sind. Also weshalb sollten wir da nicht kooperieren? In Bezug auf Meereskunde und die Ökologie der Fischerei, warum nicht darüber kommunizieren? Immerhin war es eine kubanisch-amerikanische Zusammenarbeit, die zum Sieg im Krieg gegen das Gelbfieber geführt hat. Da gibt es also eine lange Geschichte. Die irrelevante Politik sollte da nicht im Weg stehen."

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