Ecuador / Menschenrechte

Entschädigungen für Opfer von Verletzungen der Menschenrechte in Ecuador

entschaedigung_opfer_menschenrechte_ecuador_2017.png

Das Abkommen regelt die Entschädigung der Opfer in Ecuador
Das Abkommen regelt die Entschädigung der Opfer in Ecuador

Quito. EcuadorsPräsident Lenín Moreno und Justizministerin Rosana Alvarado haben 24 Entschädigungsvereinbarungen für Opfer von Menschenrechtsverletzungen unterzeichnet. Bei dem Akt, der im Regierungspalast stattfand, waren auch die Opfer anwesend, die zwischen 1984 und 2008 in ihren Menschenrechten verletzt wurden. Ihre Fälle sind von der Wahrheitskommission dokumentiert worden, die im Jahr 2007 unter der Regierung von Ex-Präsident Rafael Correa eingerichtet wurde. Damit kommt die aktuelle Regierung nun Forderungen von Opfern und Familienangehörigen nach. Laut Justizministerium handelt es sich bei den Entschädigungen um Geldbeträge.

Moreno bat die Opfer und Familienangehörige für die Verletzung ihrer Rechte um Entschuldigung. Er erinnerte auch daran, dass während der Regierungszeit von Ex-Präsident Febres Cordero (1984 – 1988) die meisten Menschenrechtsverletzungen begangen wurden. Der im Mai 2007 erstellte Bericht der Wahrheitskommission weise aktuell mehr als 130 Fälle auf, von denen sich noch 114 in einer Voruntersuchung befänden. Er forderte die Staatsanwaltschaft auf, unverzüglich diese Ermittlungen zu übernehmen. Weiter betonte er: "Wir müssen solche Taten sanktionieren. Die Erinnerung an sie soll dazu dienen, dass solche Fehler nicht wieder begangen werden und keine Straflosigkeit herrscht."

Sie schätzen unsere Berichterstattung?

Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen, hintergründigen und professionellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik.

Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Ihr amerika21-Team

Justizministerin Alvarado wies darauf hin, dass unter der aktuellen Regierung bereits 32 Vereinbarungen für die Opfer unterzeichnet wurden und in den nächsten Tagen weitere 30  folgen sollen.

Von den 24 Abkommen beziehen sich viele auf die gewaltsame Vertreibung von Kleinschürfern der "Cooperativa 10 de Enero" im Ort Pasaje, Provinz El Oro, die Opfer von Folter, Schlägen, sexuellen Übergriffen und extralegalen Hinrichtungen wurden. Andere Fälle beziehen sich auf Folter durch Bundespolizisten an Mitgliedern der linken Stadtguerilla-Gruppe "Alfaro Vive Carajo", die von 1983 bis 1988 in Ecuador aktiv war.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr