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18.10.2017 Kuba / USA / Militär

US-Militärpläne zur Besetzung Kubas bei der Raketenkrise offengelegt

Bisher geheime Dokumente der USA beweisen Interventionspläne in Kuba. Niederschlagung der Revolution war geplant
Kornbluh hat dazu beigetragen die Archive der USA zu öffnen um Interventionspläne zu beweisen

Kornbluh hat dazu beigetragen die Archive der USA zu öffnen um Interventionspläne zu beweisen

Washington DC. Das US-Militär hat im Jahr 1962 Pläne erarbeitet, Kuba zu besetzen und eine provisorische Regierung zu einzurichten. Diese sollte von einem US-Militärgouverneur geleitet werden. Das geht aus den kürzlich freigegebenen Dokumenten wie der "Militärregierungsproklamation Nr. 1" hervor. Dieses bislang streng geheime US-Dokument wurde nun durch das National Security Archive an der George Washington University veröffentlicht. Dies wurde durch ein Dokumentationsprogramm von Peter Kornbluh ermöglicht. Kornbluth hatte zuvor unter anderem zur Öffnung der Archive über die chilenische Diktatur beigetragen.

In der Proklamation heißt es: "Alle Personen im besetzten Gebiet werden sofort und ohne Rückfrage alle Erlasse und Befehle der Militärregierung befolgen". Weiterhin ist zu lesen: "Widerstand gegenüber den Streitkräften der Vereinigten Staaten wird mit Nachdruck ausgerottet. Schwere Straftäter werden streng behandelt." Und an die kubanische Bevölkerung sollte die Drohung verbreitet werden: "Solange du friedlich bleibst und meinen Befehlen Folge leistest, wirst du keinen größeren Eingriff erfahren, als es militärische Erfordernisse verlangen." In dem US-Militärdokument heißt es auch, sobald das "aggressive Castro Regime vollkommen zerstört" worden sei, und die USA eine neue Regierung installiert hätten, die gegenüber den Bedürfnissen der kubanischen Bevölkerung aufgeschlossen sei, würden die amerikanischen Streitkräfte "abziehen und die traditionelle Freundschaft der USA und der Regierung Kubas wird wieder zugesichert".

In der damaligen historischen Phase hatte die Sowjetunion damit begonnen, Mittelstreckenwaffen auf Kuba zu installieren, um das Land vor weiteren Angriffen aus den USA sowie der Bedrohung durch deren Mittelstreckenraketen zu schützen. Heute wird dies als "Raketenkrise" beschrieben. Im Vorjahr 1961 hatten die USA versucht militärisch in Kuba zu intervenieren und waren von kubanischen Truppen abgewehrt worden. Der Militärschlag gegen die Revolution wurde als "Invasion in der Schweinebucht" bekannt. 

Mit diesem und weiteren Dokumenten werden nun konkrete Pläne offengelegt und die brenzlige Lage des Kalten Krieges verdeutlicht. Zudem weckt dieser Fund Erinnerungen an die sogenannte "Kommission zur Unterstützung für ein freies Kuba" und den 2004 von ihr erarbeiteten "Plan Bush". Damit wurde auf 500 Seiten detailliert eine Systemveränderung Kubas durch US-Maßnahmen generalstabsmäßig beschrieben. Zudem wurde vom damaligen US-Präsidenten George Bush Junior ein "Transition Coordinator" in seine Regierung berufen, um den angestrebten Systemwechsel des sozialistischen Nachbarlandes zu managen.

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