Nahrungsmittel und Medikamente für Venezuela

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Basiskomitees zur Verteilung von Nahrungsmitteln in Venezuela
Basiskomitees zur Verteilung von Nahrungsmitteln in Venezuela

Caracas. Sowohl Ende September als auch im Oktober haben umfangreiche Lebensmittellieferungen Venezuela erreicht. Wiederholt legten Containerschiffe mit tausenden von Tonnen Nahrungsmitteln, Medikamenten und Artikeln des täglichen Bedarfs in venezolanischen Häfen an.

  • Am 28. September erreichten 2.906 Tonnen Lebensmittel, medizinische Güter und Hygieneprodukte den Hafen von Guanta. Das Schiff CFS Palamades kam aus Panama und führte die Waren in 125 Containern mit;
  • Am 10. Oktober meldete die venezolanische Presse, dass in verschiedenen venezolanischen Häfen insgesamt 3.411 Tonnen Lebensmittel und Medikamente angekommen seien. Diesmal brachte das Lastschiff San Antonio die Güter in 142 Containern;
  • Zuletzt legte am 17. Oktober, zwei Tage nach der Regionalwahl, der Ozeanriese Palamedes aus Panama im Hafen Guanta an. Er brachte 2.111 Tonnen Lebensmittel, darunter Weizenmehl, Teigwaren, Milchpulver, Reis, Lebensmittel in Büchsen, Zahnpasta, Ärztehandschuhe, Spritzen und Windeln.
  • Schon Anfang September hatte die Regierung von Nicolás Maduro bekanntgegeben, dass Russland 60.000 Tonnen Weizenmehl liefern werde.

Ein landesweites Netz von chavistischen Basisgruppen hat die Direktverteilung von Nahrungsmitteln und Grundbedarfsgütern an die ärmeren Bevölkerungsgruppen übernommen. Die Menschenschlangen vor den Supermärkten sind offenbar weitgehend verschwunden. In den bessergestellten Gegenden und Stadtvierteln hat es nie an Lebensmitteln gemangelt.

Immer wieder fordern die venezolanische Opposition und verschiedene gegen Venezuela gerichteten Regierungen die Einrichtung eines "humanitären Korridors" für das südamerikanische Land. Dies ist ein Begriff, der bislang nur in Kriegssituationen benutzt wurde – zuletzt in Syrien. Er bedeutet eine schmale Zone zwischen den Fronten, durch die zivile Flüchtende entkommen können.

Die USA planten im Rahmen der Sanktionen in Venezuela Lebensmittelspenden zu verteilen. Sie sollten mit Hilfe oppositioneller Organisationen durch diesen sogenannten humanitären Korridor zu den "eingekesselten Hungernden" gebracht werden. 

Nach Regierungsangaben vom 7. September konnte Venezuela indes eine Schiffsladung mit neun Millionen Lebensmittelpaketen und Insulinspritzen nicht importieren, weil die US-Sanktionen gegen venezolanische Bankverbindungen die Bezahlung blockierten.

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