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04.11.2017 Kuba / USA / Politik

Kuba beschließt neue Einreiseregelungen

US-Botschaft in Havanna, Kuba. Nach dem Willen der Trump-Regierung soll es hier keine Visa mehr geben.

US-Botschaft in Havanna, Kuba. Nach dem Willen der Trump-Regierung soll es hier keine Visa mehr geben.

Havanna. Die kubanische Regierung hat unlängst neue Regelungen zur Einreise von Kubanern erlassen, die im Ausland leben. Diese werden am 1. Januar 2018 in Kraft treten. Dann brauchen Kubaner mit ausländischem Wohnsitz für eine Einreise keine behördliche Genehmigung mehr. Auch das Befahren kubanischer Gewässer mit touristischen Schiffen der Reiseagenturen Hemingway und Gaviota-Varadero soll ohne weitere Umstände möglich werden. Darüber hinaus wird die Bedingung für die Annahme der kubanischen Staatsbürgerschaft von im Ausland geborenen Kindern gelockert. Bisher war die Bedingung ein Aufenthalt der Kinder in Kuba von mindestens 90 Tagen, dieser wird in Zukunft nicht mehr nötig.

All diese Regelungen gelten ebenfalls für illegal Ausgereiste, die das Land nun wieder betreten dürfen. Einzige Ausnahme bilden diejenigen, die das Land über die US-Militärbasis Guantánamo verlassen haben.

Ziel der kubanischen Regierung ist es, den Kontakt zu den im Ausland lebenden Kubanern zu verbessern. Die Behörden kündigten daher noch weitere Anpassungen und Verbesserungen in der Einreisepolitik an.

Im Gegensatz hierzu stehen die sich verschlechternden Beziehungen zu den USA. Washington will 17 Angestellte aus dem Konsulat in Havanna abziehen und die Vergabe von Visa an Kubaner aussetzen. Damit werden die Reisebedingungen für Insel-Kubaner drastisch verschlechtert. Die US-Regierung zielt mit den Maßnahmen darauf ab, eine direkte Einreise und mögliche Emigration aus Kuba einzudämmen.

Auf die Entwicklungen und Vorhaben reagierte die kubanische Regierung mit Kritik. Dies gelte umso mehr, da die Wirtschaftsblockade weiterhin aufrecht gehalten und in diesem Juni sogar noch verschärft wurde. Wie Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla mitteilte, stelle genau dieser Zustand das größte Hindernis für die Entwicklung Kubas dar und schade Kubanern im In- und Ausland gleichermaßen. Eine ähnliche Botschaft kam seitens der in den USA lebenden Kubaner, die am 28. Oktober in Washington zum vierten Mal zu einem landesweiten Treffen zusammenkamen. Auch sie sehen die Entwicklungen kritisch und betonen die negativen Auswirkungen. Daher wollen sie bis zum nächsten Treffen im Oktober 2018 die Menschen zu den Entwicklungen informieren, mit Politikern und Entscheidungsträgern wie auch Organisationen reden, um gegen die Verschärfungen unter der Trump-Regierung zu mobilisieren.

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