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28.01.2018 EU / Spanien / Venezuela / Politik

Venezuela und Spanien weisen gegenseitig Botschafter aus

Mario Isea,  Botschafter von Venezuela in Spanien, wurde bereits am Donnerstag abberufen. Er ist nun in Madrid "nicht mehr willkommen"

Mario Isea, Botschafter von Venezuela in Spanien, wurde bereits am Donnerstag abberufen. Er ist nun in Madrid "nicht mehr willkommen"

Madrid/Caracas. Spaniens Regierung hat am Freitag den venezolanischen Botschafter, Mario Isea, zur "unerwünschten Person" erklärt, nachdem ihr Diplomat einen Tag zuvor aus Venezuela ausgewiesen worden war. Isea hält sich nicht mehr in Spanien auf, er wurde bereits am Donnerstag nach Venezuela zurückbeordert.

Dies sei eine bedauerliche Entscheidung aus Caracas gewesen, auf die seine Regierung jetzt entsprechend reagiere, so der spanische Außenminister Alfonso Dastis. Man habe lediglich beim Dialogprozess zwischen der Regierung von Präsident Nicolás Maduro und der Opposition helfen wollen und dafür innerhalb der Europäischen Union (EU) federführend dazu beigetragen "effektive Mechanismen zu entwickeln, um Druck für effektive Verhandlungen auszuüben", fügte er hinzu.

Venezuelas Regierung wirft Botschafter Jesús Silva Fernández "wiederholte Aggressionen und Einmischungen in innere Angelegenheiten" vor. Maduro hatte Spaniens Ministerpräsidenten Mariano Rajoy zudem beschuldigt, Befehlen von US-Präsident Donald Trump zu folgen und auf Sanktionen der EU zu drängen.

Ebenfalls zur unerwünschten Person erklärt: Spaniens Botschafter in Venezuela, Jesús Silva Fernández

Quelle: @jesussilvaf

Die Europäische Union hatte am 22. Januar Strafmaßnahmen gegen sieben hochrangige venezolanische Amtsträger verhängt: Innenminister Nestor Reverol, den Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofes, Maikel Moreno, Generalstaatsanwalt Tarek William Saab, den Geheimdienstchef Gustavo Lopez, die Vorsitzende des Wahlrates, Tibisay Lucena, den früheren Kommandanten der Nationalgarde, Antonio Benavides Torres, und den Vizepräsidenten der regierenden sozialistischen Partei, Diosdado Cabello.

Zur Begründung hieß es, diese Funktionäre seien verwickelt in die "Nicht-Respektierung der demokratischen Prinzipien oder der Rechtsstaatlichkeit sowie in die Verletzung von Menschenrechten".

Nach der gegenseitigen Ausweisung der Botschafter sagte ein EU-Sprecher gegenüber der Presse, die Union verurteile die Entscheidung der venezolanischen Regierung nachdrücklich. Man müsse nun "die diplomatischen Kanäle offen halten".

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