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Sportmeisterschaften in Kuba von US-Sanktionen beeinträchtigt

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Bei den Lateinamerikanischen Meisterschaften im Tischtennis in Havanna, Kuba
Bei den Lateinamerikanischen Meisterschaften im Tischtennis in Havanna, Kuba

Havanna. Die Mannschaft aus Venezuela musste bei der lateinamerikanischen Meisterschaft in Tischtennis in der kubanischen Hauptstadt Havanna auf ihre Spitzenspieler verzichten. Grund dafür waren wirtschaftliche Schwierigkeiten, aber auch der Versuch der USA, die Einreise von zwei venezolanischen Spielerinnen zu verhindern. Die Meisterschaft in Havanna fand vom 4. bis zum 9. März in dem Sportkomplex Ciudad Deportiva in Havanna statt.

Der Venezolaner Jan Medina, der beim deutschen Oberligisten DJK Holzbüttgen (NRW) spielt, konnte wegen mangelnder finanzieller Mittel nicht nach Kuba fliegen. Aber auch offensichtlich politische Gründe bereiteten dem venezolanischen Team Probleme. Die in Puerto Rico lebenden und spielenden Sportlerinnen Gremlis Arbelo und Neridee Niño wurden laut Aussage Olivas auf ihrer Reise nach Kuba am Flughafen von Miami, Florida festgehalten und "wie Verbrecherinnen" behandelt, bevor sie nach Kuba reisen durften.

Auch in Kuba ist die Finanzierung des Tischtennissports problematisch. Nach der Verfassung steht allen kubanischen Bürgerinnen und Bürgern das Recht auf kostenlosen Sport zu. Auf Nachfrage von amerika21, welche Auswirkungen die Blockade der USA gegen Kuba auf den Tischtennissport hat, sagte der Präsident der kubanischen Tischtennisföderation, Bárbaro Oliva, die "völkerrechtswidrige Blockade hat zahlreiche negative Auswirkungen auf die kubanische Bevölkerung." Im Tischtennis seien das vor allem die Erschwerung der Reisebedingungen. Findet beispielsweise ein Turnier in den USA statt, müsse die kubanische Nationalmannschaft zunächst über ein Drittland reisen. Das bedeute nicht nur einen größeren Kostenaufwand, da zwei Flüge bezahlt werden müssten, sondern auch das zweifache beantragen von Visa.

Meist fliege die kubanische Mannschaft über Kolumbien oder Mexiko, von wo aus erst die Visa für die Einreise in die USA beantragt werden könnten. Auf die Genehmigung müsse man oft tagelang und zum Teil sogar vergeblich warten, sodass die kubanische Nationalmannschaft wiederholt nicht an Wettkämpfen teilnehmen hat können. Dieses Verfahren sei auch deshalb unfair, da Kuba, wie jedes andere Land, Beiträge an die International Table Tennis Federation (ITTF) zahle. Der Verband soll eigentlich garantieren, dass seine Mitglieder an allen Turnieren teilnehmen können.

Neben den Reisebedingungen, so Oliva, würde es vor allem aber auch an Materialien fehlen. Ob Schläger, Bälle, Sportbekleidung, Waschmaschinen oder Baumaterialien für das renovierungsbedürftige Sportleistungszentrum Escuela Superior de Formación de Atletas de Alto Rendimiento "Cerro Pelado" in Havanna, der Einkauf der Materialien würde durch die Blockade nicht nur erschwert, sondern auch teurer als nötig. So kaufe die Tischtennis-Föderation spezielle Schläger für die Nachwuchsspieler zum Beispiel teuer in Spanien ein, anstatt sie günstiger aus den USA importieren zu lassen.

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