Mexiko: Karawane tritt für Rechte von Migranten ein

migrantes_2.jpg

"Wir alle sind Amerika" steht auf dem Banner, den junge Männer bei der Karawne bei sich tragen.
"Wir alle sind Amerika" steht auf dem Banner, den junge Männer bei der Karawne bei sich tragen.

Mexiko-Stadt. Ein Protestzug von rund 1.000 mittelamerikanischen Migranten ist Ende vergangener Woche in Mexiko-Stadt eingetroffen und beendete damit eine ereignisreiche Woche, die durch einen Tweet von Donald Trump auch internationale Aufmerksamkeit erregt hat.

Wie jedes Jahr zog die Karawane in der Osterwoche unter dem Titel "Kreuzweg der Migranten" auf verschiedenen Routen durch Mexiko, um auf die prekäre Situation von Migranten aufmerksam zu machen und für ihre Rechte zu demonstrieren. Dazu organisierten sie mit Unterstützung lokaler Nichtregierungsorganisationen (NGO) Veranstaltungen und Kundgebungen. Auch in ihren Heimatländern gab es Aktionen. Der Großteil der Mitwirkenden kam aus Honduras, El Salvador und Guatemala. Dort sehen sich immer mehr Menschen gezwungen, vor Gewalt, Unsicherheit und Perspektivlosigkeit zu fliehen. Unter ihnen befinden sich auch immer mehr ältere Menschen, hochschwangere Frauen und Kinder. Einigen von ihnen gab die mexikanische Regierung dieses Jahr humanitäre Visa, mit denen sie sich bis zu 20 Tage in Mexiko aufhalten können.

In Zusammenhang mit der Berichterstattung zur Karawane meldete sich auch US-Präsident Trump zu Wort. Er warf der mexikanischen Regierung Untätigkeit vor. Sie würden zu wenig gegen die Migranten unternehmen und politische Maßnahmen diesbezüglich unzureichend umsetzen.

Zeitungen berichteten zwischenzeitlich, dass sich der Protestzug auf seinem Weg durch die südmexikanischen Bundesstaaten zerstreut habe, einige berichteten sogar vom Abbruch. "Das ist eine Lüge. Im Gegenteil: Dank der Einmischung Donald Trumps war es die erfolgreichste Karawane in den zehn Jahren ihres Bestehens", sagte Irineo Mújica, Leiter der NGO Pueblos Sin Fronteras (Völker ohne Grenzen). "Der Einfluß der Migranten wächst. Unsere Forderungen werden bereits vom Kongress der Vereinigten Mexikanischen Staaten gehört", fuhr Mújica fort.

Trump gab zeitgleich bekannt, dass er bis zur Fertigstellung des Mauerbaus an der Grenze zu Mexiko Militäreinheiten an die Südgrenze der USA entsenden werde, um die Migration aufzuhalten. Migranten-NGO sind sich einig, dass das die besorgniserregende Menschenrechtslage in der Grenzregion noch verschlechtern würde.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr