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Starker Anstieg bei Festnahmen von Migrantinnen in Mexiko

Protestierende in Mexiko fordern die Respektierung der Rechte von Migranten. "Kein Mensch ist illegal"

Protestierende in Mexiko fordern die Respektierung der Rechte von Migranten. "Kein Mensch ist illegal"

Mexiko-Stadt. In nur sechs Jahren hat sich in Mexiko die Zahl der festgenommenen Migrantinnen verfünffacht, die aus dem nördlichen Dreieck Zentralamerikas kommen: Ihre Zahl stieg von 9.160 auf 47.383. 17 Prozent davon waren Mädchen unter elf Jahren. Mit diesen Zahlen schlug das mexikanische Institut für Frauen in Migration (Instituto para las Mujeres en la Migración, Imumi) Alarm. Laut dem Bericht wurden 94 Prozent der Festgenommenen sehr schnell in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Dies bedeute, dass die mexikanische Migrationsbehörde den Migranten und ihren Familien keinen Schutz ihrer Rechte und keine Möglichkeit gewährt, Asyl zu beantragen.

In ihrem Bericht "Mittelamerikanische Migrantenfamilien in Mexiko", den die Menschenrechtsorganisation vor einigen Tagen veröffentlicht hat, schreibt sie, "dass die massive Gewalt in El Salvador, Guatemala und Honduras verheerende Folgen vor allem für Frauen, Mädchen und junge Menschen hat".

Da die Frauen diesem Kontext der Gewalt entkommen wollen, sei die Zahl der Migrantinnen von 2011 bis 2016 angestiegen und demzufolge auch die Zahl ihrer Festnahmen. 2011 seien 14 Prozent der festgenommenen Migranten auf der Durchreise in Mexiko Frauen gewesen, in 2016 waren es bereits 25 Prozent waren, so der Bericht.

Besorgniserregend sei die Migration von Mädchen. Laut statistischen Erhebungen des mexikanischen Innenministeriums lag die Zahl der 2016 festgenommenen Mädchen bis elf Jahre bei 8.020. Diese Zahl entspricht 17 Prozent der festgenommenen Migranten, so die auf weibliche Migration spezialisierte Menschenrechtsorganisation.

Es seien vor allem Mütter, die mit ihren Töchtern reisten, so die Erhebungen der mexikanischen Regierung zu Personen, die wieder in ihre Heimatländer zurückgeführt wurden.

Laut Imumi ist die Migration von sehr jungen Mädchen ein neues Phänomen. Früher seien vor allem junge Menschen zwischen zwölf und 17 Jahren festgenommen worden, während diese Entwicklung sich 2016 umgekehrt habe. Die Zahl der festgenommenen jungen Menschen sei auf 6.267 Personen zurückgegangen.

Von 2014 bis 2016 hat die mexikanische Migrationsbehörde (Instituto Nacional de Migración, INM) 50.149 Minderjährige festgenommen. 39 Prozent von ihnen kamen aus Guatemala, 37 Prozent kamen aus Honduras und die übrigen 24 Prozent aus El Salvador, so der Bericht.

Die Nichtregierungsorganisation zeigt auf, dass die gestiegene Anzahl der Festnahmen von Frauen, Mädchen und jungen Menschen an der Grenze im Süden Mexikos Teil einer verschärften Politik ist, die mit einer stärkeren Kontrolle der Migration von mexikanischer und US-amerikanischer Seite einhergeht.

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