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27.04.2018 Mexiko / Menschenrechte

Proteste in Mexiko nach Morden an Filmstudenten

Seit dem Tod drei vermissten Filmstudenten reißen die Proteste gegen die Gewalt in Mexiko nicht ab

Seit dem Tod drei vermissten Filmstudenten reißen die Proteste gegen die Gewalt in Mexiko nicht ab

Guadalajara, Mexiko. Nach Bekanntwerden des Todes der drei vermissten Filmstudenten Javier Salomón Gastélum (25), Marco Ávalos (20) und Jesús Daniel Díaz (20) ist es am Dienstag in der Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Jalisco zu Protestmärschen gekommen. Die Beteiligten forderten Gerechtigkeit für die drei ermordeten Studenten, die mutmaßlich Opfer des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación wurden.

Am 19. März verschwanden in Jalisco drei Studenten der Universidad de Medios Audiovisuales. Für ein Filmprojekt befanden sie sich in einer kleinen Hütte in Tonalá, die zuvor einmal im Besitz einer kriminellen Gruppe war. Mutmaßliche Mitglieder des Kartells Jalisco Nueva Generación beobachteten sie. Auf dem Rückweg nach Guadalajara hielten mehrere bewaffnete Männer das Auto der Studenten an und entführten, folterten und ermordeten sie. Ihre Leichen wurden anschließend in Säure vernichtet. Überreste der drei Filmstudenten wurden in den vergangenen Tagen entdeckt.

Empörung und Frustration über einen weiteren Fall von entführten und ermordeten Studenten in ihrem Land brachte am Dienstag viele Mexikaner in Guadalajara zu einer Demonstration zusammen. Mit Parolen wie "Ruhet in Frieden, denn den gibt es hier in Jalisco nicht" gingen sie auf die Straßen. Es wurde auch an die 43 Studenten aus Iguala erinnert, die seit 2014 verschwunden sind und Gerechtigkeit für die Todesopfer gefordert. Zudem wurde der Rücktritt von Gouverneur Aristóteles Sandoval verlangt.

Unter dem Hashtag #NoSonTresSomosTodxs ist der Protest auch in den Sozialen Netzwerken vertreten. Tausende drücken ihr Mitgefühl und Entsetzten aus und fordern, dass die schrecklichen Gewalttaten endlich ein Ende haben. Unter ihnen auch der bekannte Filmregisseur Guillermo del Toro und Schauspieler Gael García Bernal. Weitere Protestmärsche von Studenten sind in den nächsten Tagen zu erwarten.

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