Emir von Katar beginnt Lateinamerika-Reise in Ecuador

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Auf der Suche nach einem wirtschaftlichen Schutzschirm: Scheich Tamim bin Hamad Al Thani
Auf der Suche nach einem wirtschaftlichen Schutzschirm: Scheich Tamim bin Hamad Al Thani

Doha/Quito. Das Staatsoberhaupt des arabischen Fürstentums Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, hat am Montag eine Reise durch Länder Lateinamerikas in Ecuador begonnen. Weitere Stationen der Tour sind Peru, Argentinien und Paraguay. Erklärtes Ziel des Regenten ist es, neue Alliierte für Katar zu finden. Im Juni vergangenen Jahres haben Saudi-Arabien und zehn weitere Staaten der Region die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Wirtschaftsteilblockade verhängt. Die Regierungen der blockierenden Staaten verlangen unter anderem die Schließung des Fernsehsenders Al-Jazeera. Katars Regierung wiederum reagierte auf die Blockade mit engeren Beziehungen zur Türkei, zum Iran und Russland.

Emir Tamim beabsichtigt, die Präsidenten lateinamerikanischer Staaten zu treffen, um den Ausbau der Beziehungen mit Katar zu besprechen. Engere Beziehungen mit Lateinamerika passen ebenso in das Konzept "Vision 2030", in dessen Rahmen Katar in den nächsten zwölf Jahren zu einem nachhaltigen Land werden will. Im Rahmen dieses Planes sollen die Wirtschaftsbeziehungen mit Ländern auf allen Kontinenten diversifiziert werden. Katar exportiert vor allem Flüssiggas, Benzin, Düngemittel und Stahl – Hauptimportgüter sind Maschinen, Nahrungsmittel und chemische Produkte.

Tamim ist seit dem Abdanken seines Vaters im Jahr 2013 Staatsoberhaupt des reichsten Landes der Erde. Bereits im vergangenen Jahr unternahm er ähnliche Reisen in verschiedene Staaten Afrikas und Asiens. Bisher hat Katar keinen wichtigen Handelspartner in Lateinamerika und selbst Al-Jazeera ist jenseits des Internets für viele Lateinamerikaner nicht empfangbar. Im April diesen Jahres besuchte eine Wirtschaftsdelegation aus Ecuador Katar und gab bekannt, das mittelöstliche Land als  Verteiler für den Export ecuadorianischer Produkte wie Bananen und Meeresfrüchte nutzen zu wollen.

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