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Erster spanischer Staatsbesuch in Kuba nach 32 Jahren

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Erstmals nach 32 Jahren wird Spanien in Person des aktuellen Ministerpräsident Pedro Sánchez zu einem offiziellen Staatsbesuch nach Kuba kommen
Erstmals nach 32 Jahren wird Spanien in Person des aktuellen Ministerpräsident Pedro Sánchez zu einem offiziellen Staatsbesuch nach Kuba kommen

Havanna. Im November wird erstmals seit 32 Jahren ein offizieller Staatsbesuch zwischen Spanien und Kuba stattfinden. Darauf hatten sich der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel und Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez bereits am Rande der UN-Generalversammlung in New York am 25. September verständigt, nun wurde die Verabredung öffentlich gemacht. Ein Besuch Havannas schien zunächst unwahrscheinlich, da der Iboamerika-Gipfel in Antigua als weitere Gesprächsplattform genutzt werden sollte. Laut offiziellen Angaben wird es nun zudem am 22. und 23. November ein Treffen in der kubanischen Hauptstadt geben. Neben seinen Verpflichtungen um den Iboamerika-Gipfel am 15. und 16. November sowie dem G-20-Gipfel in Buenos Aires am 30. November und 1. Dezember wird Sánchez daher innerhalb von etwas mehr als 15 Tagen dreimal den Atlantik überqueren.

Die Tatsache, dass in über 30 Jahren kein spanisches Staatsoberhaupt Kuba besucht hat, während unterdessen zahlreiche spanische Firmen Wirtschaftsbeziehungen in Kuba unterhalten, zeige, so Sánchez, dass die Politik der "Realität hinterherhinke". Der letzte offizielle Staatsbesuch fand im November 1986 durch Ministerpräsident Felipe González statt. Seither war lediglich am Rande des Iboamerika-Gipfels 1999 Ministerpräsident José María Aznar gemeinsam mit König Juan Carlos in Kuba, wobei jedoch keine bilateralen Gespräche stattfanden. Auf Bestreben der konservativen Regierung Aznars war 1996 der "Gemeinsame Standpunk" der EU zu Kuba ratifiziert worden, welcher die Beziehungen beider Länder stark beeinträchtigte.

Diese blicken jedoch auf eine lange gemeinsame Tradition, vor allem in kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Bereichen zurück, so Ministerpräsident Sánchez in einem Statement in New York, welche es es wieder zu "normalisieren" gelte. Bis 1898 war Kuba spanische Kolonie mit über 140.000 spanischen Immigranten und aktuell mehr als 200 spanischen Firmen mit Wirtschaftsbeziehungen nach Kuba. Vor allem diese Beziehungen hatten bereits 2016 zur Entspannung zwischen Kuba und der EU beigetragen, als auf Bestreben Spaniens der "Gemeinsame Standpunkt" abgeschafft wurde.

Abhängig vom Erfolg des Treffens beider Regierungsoberhäupter im November ist ein Besuch König Felipe VI. anlässlich der 500-Jahrfeier Havannas 2019 nicht ausgeschlossen.

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