Venezuela will US-Dollar aus seinem Finanzsektor verbannen

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Venezuelas Vizepräsident für Wirtschaft, Tareck el Aissami
Venezuelas Vizepräsident für Wirtschaft, Tareck el Aissami

Caracas. Die Regierung von Venezuela wird als Teil neuer Wirtschaftsmaßnahmen den US-Dollar durch den Euro, den Yuan und andere Währungen ersetzen. Internationale Transaktionen der Regierung sowie der Geldwechsel sollen künftig ohne den Dollar durchgeführt werden. Dies kündigte der Vizepräsident für Wirtschaft, Tareck el Aissami in einer Fernsehansprache an. Grund seien die lähmenden Sanktionen der USA, die den Zugang des venezolanischen Staates und seiner Unternehmen zu US-Finanzmärkten sowie die digitale Währung Petro blockieren.

Zur Umsetzung der Maßnahme habe Präsident Nicolás Maduro zunächst die Bereitstellung von zwei Milliarden Euro für den nationalen Devisenmarkt angeordnet. Der Vizepräsident kündigte im gleichen Zuge Versteigerungen der neuen Devisen für Unternehmen im November an, bei denen nunmehr auch private Banken involviert sein sollen.

Der regierungskritische Wirtschaftswissenschaftler und Präsident des Meinungsforschungsinstituts Datanálisis, Luis Vicente León, sieht diese Schritte zwar als hilfreich für das Devisenangebot an, doch änderten sie nichts an der weiterhin grundsätzlich schlechten finanziellen Situation Venezuelas.

Nach der jüngsten Währungsreform, der Einführung des Petro sowie der teilweisen Liberalisierung des Devisenhandels hat sich die wirtschaftliche Lage im Land noch nicht stabilisiert. Die Bevölkerung sieht sich unter anderem weiterhin mit einer sehr starken Inflation konfrontiert. Laut einem Bericht der Nichtregierungsorganisation Zentrum für Analyse und Dokumentation für die Arbeiter betrug die Inflation allein von August zu September 2018 rund 128 Prozent.

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