Mexiko: Drei Attentate auf Morena-Politiker in Oaxaca seit Jahresbeginn

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Der Bürgermeister der Stadt Tlaxiaco in der Provinz Oaxaca wurde wie zwei weitere Politiker des Regierungsbündnisses Morena in den letzten Tagen ermordet
Der Bürgermeister der Stadt Tlaxiaco in der Provinz Oaxaca wurde wie zwei weitere Politiker des Regierungsbündnisses Morena in den letzten Tagen ermordet

Oaxaca. Seit Anfang des Jahres wird Oaxaca von einer neuen Welle der Gewalt erschüttert. In der Stadt Tlaxiaco wurde der neugewählte Bürgermeister des Regierungsbündnisses Bewegung der Nationalen Erneuerung (Movimiento Regeneración Nacional, Morena) Alejandro Aparicio Santiago, auf offener Straße Opfer eines Attentats. Zudem geschahen in zwei weiteren Städten in der Region Oaxaca in den vergangenen Tagen Morde, deren Hintergründe politisch motiviert sind.

Aparicio hatte in Tlaxiaco, der Hauptstadt der Region Mixteca Alta, erst am 1. Januar sein Amt angetreten. Nur Minuten nach seiner Vereidigung befand er sich zusammen mit Stadtratsmitgliedern auf einem Stadtrundgang, als er von hinten erschossen wurde. Der Friedensrichter Perfecto Hernández Gutiérrez verfolgte den Schützen und hielt ihn fest, worauf er ebenfalls durch eine Kugel tödlich verletzt wurde. Eine weitere Gemeinderätin überlebte ihre Verletzungen. Umstehende Passanten konnten den Mörder, der nach Medienberichten ein Ex-Polizist aus Tijuana ist, überwältigen. Eine zweite am Attentat beteiligte Person konnte fliehen. Über die Hintergründe des Attentats ist bisher nichts bekannt.

An der Pazifikküste in Villa de Tututepec erschossen am 3. Januar Unbekannte den lokalen Morena-Politiker Cuberto Porcayo Sánchez. Seine Ehefrau Denia Itzel Mata Jiménez wurde im Kugelhagel schwer verletzt. Wie Alejandro Aparicio war auch Cuberto Porcayo als Lokalpolitiker bekannt und geschätzt, bis 2016 amtierte er in der Gemeindeverwaltung. Für den unter dem Namen "General Porcallín" bekannten Bürger organisiert das kommunitäre Radio Estereo Lluvia ein Gedenken unter dem Motto "Sie schossen auf ihn, aber wir lassen ihn nicht sterben".

Das dritte Attentat geschah am 6. Januar in Putla de Guerrero, unweit von Tlaxiaco: Der 56 jährige, stark sehbehinderte Morena-Aktivist Pedro Navarrete Lucero wurde in der Nähe seines Hauses von sechs Kugeln getroffen und schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert, wo er in akuter Lebensgefahr schwebt.

Verhaftungen gab es nach den Attentaten von Tututepec und Putla bisher keine. Vertreter der Partei Morena verlangten die baldige Aufklärung der Serie der Gewalttaten gegen ihre Parteimitglieder.

Als Reaktion auf die ausufernde Gewalt gab der Gouverneur von Oaxaca, Alejandro Murat Hinojosa von der Partei der institutionellen Revolution (Partido Revolucionario Institucional, PRI) bekannt, dass er seinen Polizeiminister auswechseln wird: Der Fregattenkapitän a.D. José Raymundo Tuñón Jáuregui räumt nach zwei Jahren Amtszeit diesen Posten. Sein Nachfolger ist der altgediente PRI-Politiker Heliodoro Díaz Escárraga, der auch als Polizeiminister unter dem Gouverneur José Murat Casab, dem Vater des aktuellen Gouverneurs, im Amt war. Der südliche Bundesstaat Oaxaca zählt inzwischen zu den gewalttätigsten Regionen Mexikos, was die insgesamt 16 Morde in den ersten fünf Tagen des Jahres erneut belegen.

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